Die mutmaßliche Pfändung eines ganzen Ryanair-Flugzeuges am Flughafen Linz wegen verweigerter Entschädigungszahlung sorgt für internationales Aufsehen. Medien rund um den Globus berichteten über den bizarren Fall.
Die gerichtliche Durchsetzung der Fluggastrechte lässt auch Amerikaner staunen. Dort plant Donald Trumps Regierung, die unter Joe Biden erzielten Fortschritte zugunsten der Fluglinien wieder zurückzufahren.
Der bekannte Elektroniker und YouTuber Louis Rossmann (37) aus New York kritisiert das scharf: "Ach komm schon. Ich habe die Geschichte gelesen und wusste schon beim Anklicken [...], dass es sich nicht um die USA handeln kann – so etwas würde hier einfach nicht passieren."
Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, zerpflückt Rossmann die unfairen Methoden der Fluglinien. Die Branche sei für ihre systemischen Überbuchungen der Flieger bekannt. Das sei reine Gewinnmaximierung auf dem Buckel der Kunden – die dann teilweise einfach am Airport zurückgelassen werden und auf den Kosten sitzen bleiben.
"Es ist wirklich ärgerlich, dass eine Branche [...] nicht nur damit durchkommt, sondern auch noch dafür sorgt, dass Vorschriften, die eingeführt wurden, um das zu verhindern, ohne Konsequenzen zurückgenommen werden", ärgert sich der Influencer.
Denn genau den Entschädigungsanspruch bei einer für sie nachteiligen Überbuchung, will Trump den Airline-Kunden nun wieder streichen. "Von allen Dingen, die man deregulieren könnte.... Das ist lahm."
Sein Fazit: "Österreich weiß, wie man mit einer Fluggesellschaft umgeht, die ihre Kunden über den Tisch zieht."
Eine Passagierin hatte 2024 nach einer massiven Verspätung von 13 Stunden auf einem Flug von Linz nach Mallorca Entschädigung gefordert. Weil sie auf eigene Kosten einen Ersatzflug buchen musste, klagte sie mithilfe der "Florianer Anwälte" aus St. Florian ihr Geld ein – mit Erfolg. Das Gericht sprach ihr die Summe samt Zinsen und Verfahrenskosten zu.
Doch Ryanair zahlte nicht. Also griff die Frau zu einem drastischen Schritt und ließ die Forderung exekutieren.
Da die Airline auf die Zahlungsaufforderung nicht reagierte, schalteten sich die Behörden ein. Ein Gerichtsvollzieher betrat schließlich die Maschine, die gerade nach London abheben sollte. Weil an Bord kein Bargeld vorhanden war, konnte die Crew die Forderung nicht begleichen.
Die Folge: Der Exekutor pickte einen sogenannten "Kuckuck" in die Kabine. Damit stand das Flugzeug formal unter gerichtlicher Pfändung. Der Betrieb darf weiterlaufen – vorerst.
Ryanair dementierte den Fall zunächst. Von der Fluglinie hieß es: "Das ist nicht wahr. Keines unserer Flugzeuge wurde gepfändet. Alle Berichte, die etwas anderes behaupten, sind sachlich falsch."
Das sei laut Anwalt Georg Wageneder jetzt aber "nach hinten losgegangen", sagt er gegenüber "Heute". Dadurch habe die Angelegenheit noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.
Eine Wiener Anwaltskanzlei, die Ryanair vertritt, habe sich nach den Medienberichten gemeldet – "und dann ist es relativ rasch gegangen". Ryanair zahlte den offenen Betrag von rund 900 Euro.
Damit ist die Sache für die Florianer Anwälte erledigt: "Wir werden das Verfahren einstellen, damit wird auch die Pfändung aufgehoben." Eine Versteigerung des Flugzeugs ist damit vom Tisch.