Wer im Pyjama vor die Tür geht, erntet schiefe Blicke. Zwei Österreicher wollen genau das ändern. Ihre Idee beschränkt sich dabei nicht auf den Weg vom Bett zum Frühstückstisch. Je nachdem, wie die Teile kombiniert werden, sollen sie beim Einkaufen, auf Reisen oder beim Ausgehen getragen werden können.
Die Pyjamas der österreichischen Marke "Von Loebell" unterscheiden sich von den klassischen Schlafanzügen. Statt dezenter Streifen und Karos setzen die beiden auf kräftige Farben und auffällige Muster. Die Kollektionen tragen Namen wie "Midnight Kitchen", "Soft Jungle" und "Purple Gossip". Das erklärte Ziel von "Von Loebell": die Pyjamas sollen auch im Alltag funktionieren. Schnitte, Nähte, Taschen und Bündchen wurden so konzipiert, dass man in der gemütlichen Garderobe auch problemlos durch die Stadt schlendern kann. "Komfort wird oft so behandelt, als wäre er das Gegenteil von gut angezogen. Das sehen wir genau anders", sagt von Quadt.
Angefangen hat die Geschichte mit einem bunten Pyjama, den der Fotograf und Fotojournalist Benedikt von Loebell auf einer seiner Indienreisen entdeckte. Er trug das Kleidungsstück auch tagsüber – und fiel damit auf. Freunde wollten ebenfalls einen, später sprachen ihn sogar Fremde darauf an.
Ursprünglich wollte von Loebell nur einige Modelle anfertigen lassen und vielleicht zehn Stück im Monat verkaufen. Aus dem kleinen Projekt wurden Märkte, Pop-ups und ein Webshop. 2023 entwickelte sich daraus ein Unternehmen. Ein Jahr später stieg Alexandra von Quadt ein, die von Loebell seit rund 20 Jahren kennt.
Produziert wird weiterhin in Indien, wo von Loebell den ersten bunten Pyjama entdeckte. Die Gründer reisen regelmäßig dorthin, um mit den Produzenten an Stoffen, Schnitten und Verarbeitung zu arbeiten.
Mittlerweile umfasst das Sortiment neben Pyjamas auch Nachthemden und Taschen. Seit heuer ist das Unternehmen profitabel. Aus dem ursprünglichen Plan, rund zehn Schlafanzüge im Monat zu verkaufen, ist damit ein größeres Geschäft geworden.
Die Grundidee bleibt: Pyjamas sollen nicht automatisch im Schlafzimmer bleiben. "Ich habe den Pyjama nie als Nachtwäsche gesehen. Für mich war das einfach ein Kleidungsstück, in dem ich mich wohlfühle und das gleichzeitig gut aussieht", sagt von Loebell.