Durch Finanz-Fehler

Österreicher lassen 6 Milliarden Euro links liegen

Zum Weltspartag schlägt "Trade Republic" Alarm: Österreichs Sparern könnten jährlich rund sechs Milliarden Euro an zusätzlichen Zinsen entgehen.
30.10.2026, 13:10
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Mehr als 340 Milliarden Euro haben Österreichs Haushalte auf Spar- und Einlagenkonten liegen. Doch viele bekommen für ihr Geld nur wenig Zinsen. Zum Weltspartag am Freitag (30. Oktober) schlägt der Online-Finanzdienstleister Trade Republic deshalb Alarm: Rechnerisch könnten Österreichs Sparern jedes Jahr rund sechs Milliarden Euro an zusätzlichen Zinsen entgehen.

Das Problem: Während Banken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) derzeit 2,5 Prozent Zinsen auf bestimmte Einlagen erhalten, bekommen viele ihrer Kunden deutlich weniger.

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Sparer erhalten im Schnitt nur 0,7 Prozent

Wie groß der Unterschied ist, zeigt eine aktuelle Untersuchung: Demnach erhielten bestehende Kunden im August 2026 auf ihre täglich verfügbaren Sparguthaben durchschnittlich nur 0,7 Prozent Zinsen. Bei anderen täglich verfügbaren Bankguthaben lag der Durchschnitt sogar nur bei 0,45 Prozent.

Gleichzeitig beträgt der Zinssatz, den Geschäftsbanken für Einlagen bei der EZB erhalten können, derzeit 2,5 Prozent. Diesen Zinssatz hat die Europäische Zentralbank erst am Donnerstag (29. Oktober) unverändert gelassen.

Woher kommen die sechs Milliarden Euro?

Trade Republic rechnet vor, wie viel Geld den Sparern durch die niedrigen Zinsen theoretisch entgeht. Die Rechnung ist einfach: Würden die mehr als 340 Milliarden Euro auf österreichischen Spar- und Einlagenkonten statt mit 0,7 Prozent mit 2,5 Prozent verzinst, wären das jährlich rund 6,1 Milliarden Euro zusätzliche Zinsen.

Dabei handelt es sich allerdings um eine Modellrechnung. Nicht alle Bankeinlagen werden tatsächlich mit 0,7 Prozent verzinst, und sie lassen sich auch nicht vollständig mit dem EZB-Einlagenzins vergleichen.

Die sechs Milliarden Euro sind daher kein nachgewiesener Verlust. Sie sollen zeigen, wie groß der Unterschied zwischen niedrigen Sparzinsen und dem aktuellen Zinsniveau sein kann.

"Österreicher müssen endlich aufhören"

Oswald Salcher, Österreich-Chef von Trade Republic, kritisiert die niedrigen Zinsen vieler Banken deutlich. "Wir sprechen hier von mehr als sechs Milliarden Euro, die den österreichischen Sparern durch die Lappen gehen. Das ist eine enorme Summe", sagt Salcher.

Oswald Salcher, Trade Republic Country Manager Austria, bläst zum Angriff auf klassische Banken.
Trade Republic

Viele Menschen würden hart für ihr Geld arbeiten, sich danach aber zu wenig darum kümmern, welche Zinsen ihre Bank dafür bezahlt. Sein Rat: Sparer sollten zumindest einmal im Jahr kontrollieren, wie viel ihr Guthaben tatsächlich abwirft.

Trade Republic wirbt mit drei Prozent

Der Finanzdienstleister verweist dabei auch auf sein eigenes Angebot. Trade Republic bietet Neukunden in Österreich derzeit drei Prozent Zinsen pro Jahr auf nicht investiertes Guthaben bis zu 50.000 Euro.

Die Zinsen werden täglich berechnet und monatlich gutgeschrieben. Eine feste Bindungsfrist gibt es nicht, das Geld soll jederzeit verfügbar bleiben. Allerdings ist der Zinssatz variabel und kann sich ändern. Außerdem muss die Verzinsung in der App aktiviert werden.

Inflation macht Sparern zusätzlich zu schaffen

Doch selbst höhere Zinsen bedeuten nicht automatisch, dass die Ersparnisse ihren Wert behalten. Im September lag die Inflation in Österreich laut der Presseaussendung bei 3,6 Prozent. Wer auf sein Geld nur 2,5 Prozent Zinsen bekommt, verliert damit trotz der Zinszahlung an Kaufkraft. Auch ein Sparzins von drei Prozent liegt unter dieser Teuerungsrate.

Das bedeutet: Das Guthaben auf dem Konto wächst zwar, gleichzeitig steigen aber die Preise stärker. Mit dem Geld lässt sich dadurch nach einem Jahr weniger kaufen als zuvor. Steuern auf Zinserträge können den tatsächlichen Ertrag zusätzlich verringern.

Was Sparer jetzt beachten sollten

Gerade zum Weltspartag locken viele Banken mit besonderen Sparangeboten. Doch dabei lohnt sich ein genauer Blick. Manche attraktiven Zinssätze gelten nur für neue Kunden oder für wenige Monate. Danach fällt die Verzinsung teilweise deutlich niedriger aus.

Für Geld, das jederzeit verfügbar sein muss, kann ein gut verzinstes Sparkonto sinnvoll sein. Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, kann sich auch mit anderen Anlageformen beschäftigen.

Trade Republic verweist dabei auf Aktien und breit gestreute ETFs. Diese bieten langfristige Ertragschancen, sind aber mit Kursverlusten verbunden und nicht mit einem sicheren Sparguthaben gleichzusetzen.

Die wichtigste Botschaft zum Weltspartag: Wer seine Sparzinsen nicht regelmäßig überprüft, könnte ordentlich Geld links liegen lassen.

red, 30.10.2026, 13:10
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