Inflation frisst Lohnplus

In diesem Job hast du jetzt weniger im Börsel als 2019

Viele Beschäftigte in Österreich können sich heute weniger leisten als noch vor wenigen Jahren. Zu diesem Schluss ein Check des Momentum Instituts.
12.10.2026, 11:34
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Die Teuerung der vergangenen Jahre ist bei den kollektivvertraglichen Mindestlöhnen noch immer nicht aufgeholt. Pünktlich zum Start der Herbstlohnrunde zeigt eine Berechnung der gewerkschaftsnahen Denkfabrik Momentum Institut: In vier von fünf untersuchten Branchen liegen die Mindestlöhne inflationsbereinigt unter dem Niveau von September 2019.

Inflation frisst Gehaltserhöhungen auf

Obwohl die Kollektivverträge stiegen, haben die Preissteigerungen das Plus aufgefressen – den Beschäftigten bleibt real weniger übrig als noch vor sieben Jahren. Heißt – sie können sich bei voller Arbeit von ihrem Geld teils merklich weniger leisten als im Jahr 2019.

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Auch über alle Branchen hinweg ist die Lücke nicht geschlossen: Im Gesamtindex liegen die tariflichen Mindestlöhne und Mindestgehälter inflationsbereinigt um 0,9 Prozent unter dem Wert von September 2019.

Nur Gütebeförderung schaffte echtes Plus

Am größten ist der Rückstand im untersuchten Bereich Eisenbahn/ÖBB: Die KV-Mindestlöhne haben im September 2026 um 1,8 Prozent weniger Kaufkraft als sieben Jahre zuvor. Dahinter folgt die IT-Branche mit einem realen Minus von 1,6 Prozent, während der Handel einen Rückgang von 1,3 Prozent verzeichnet.

Im Handwerk und Gewerbe liegen die Löhne um 0,3 Prozent unter dem damaligen Niveau. Einzig in der Güterbeförderung gab es unter den untersuchten Bereichen ein kleines reales Plus von 0,3 Prozent.

Besonders drastisch zeigt sich die Schere bei den täglichen Fixkosten: Ein Vergleich der Preise und KV-Mindestlöhne von August 2026 mit dem Jahresdurchschnitt 2019 belegt, dass die Kosten für Grundbedürfnisse den Einkommen davongelaufen sind.

Löhne können mit vielen Preise nicht mithalten

Während die Mindestlöhne um 33,7 Prozent stiegen, verteuerte sich Energie um gewaltige 78,6 Prozent. Auch Mieten mit einem Plus von 34,9 Prozent und Lebensmittel mit 34,1 Prozent legten stärker zu als die kollektivvertraglichen Gehälter.

"Ein Inflationsausgleich in der Lohnrunde ist besonders wichtig für niedrige und mittlere Einkommen. Die Teuerung trifft sie stärker, weil sie anteilig von ihren Löhnen mehr für Grundbedürfnisse ausgeben müssen", warnt Nicolas Prinz, Ökonom am Momentum Institut.

tmw, 12.10.2026, 11:34
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