Strom und Gas

Wer nichts tut, zahlt bald 1.000 Euro mehr für Energie

Auf das erste Sparjahr folgt die böse Überraschung: 190.000 Haushalte werden bald deutlich mehr für Strom und Gas zahlen, wenn sie nicht aktiv werden.
Team Wirtschaft
08.10.2026, 05:30
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Die Vergleichs- und Wechselplattform Durchblicker schlägt Alarm: Für Zehntausende Haushalte in Österreich endet in den kommenden Monaten eine besonders attraktive Sparphase. Konkret läuft bis Frühjahr 2027 bei mehr als 190.000 Strom- und Gasverträge der Neukundenbonus aus.

Großteil der Neuverträge betroffen

Ursache dafür ist die massive Wechselwelle zwischen Oktober 2025 und März 2026, als laut E-Control-Daten mehr als 173.000 Strom- und 47.000 Gashaushalte ihren Lieferanten wechselten.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Wie eine Auswertung von Durchblicker zeigt, waren die damals abgeschlossenen Verträge besonders häufig mit Neukundenboni ausgestattet. Demnach wurden in besagtem Zeitraum über 85 Prozent der Strom- und mehr als 89 Prozent der Gasverträge inklusive einem einjährigen Wechselbonus abgeschlossen.

Kunden drohen Aufschläge von bis zu 45 Prozent

Nach zwölf Monaten schnappt allerdings die Kostenfalle zu: Im Schnitt klettern damit die jährlichen Kosten um 464 Euro (+43 Prozent) bei Strom und um 617 Euro (+45 Prozent) bei Gas – über alle Verträge hinweg sind es je rund 500 Euro. Ein Haushalt, der sowohl Strom- als auch Gas-Anbieter gewechselt hat, muss im Mittel sogar 1.000 Euro mehr im Jahr hinblättern.

"Viele Haushalte erinnern sich vor allem an den günstigen Tarifabschluss und bemerken erst spät, dass derselbe Vertrag im zweiten Jahr plötzlich deutlich teurer ist", warnt Stefan Spiegelhofer, Energieexperte von Durchblicker.

Fachmann rät dringend zum Preisvergleich

Wer seinen Vertrag rund ein Jahr nach Abschluss überprüfe, aktuelle Angebote vergleiche und gegebenenfalls wechsle, könne, so Spiegelhofer, den Wegfall des Bonus häufig ausgleichen und unnötige Mehrkosten vermeiden. Viele Österreicherinnen und Österreicher würden zwar gezielt vergleichen und Angebote mit Wechselbonus wählen – entscheidend sei aber, nach einem Jahr wieder aktiv zu werden.

Abseits davon würden auch Konsumenten, die nicht jedes Jahr wechseln möchten, "weiterhin günstige Tarife ohne Neukundenbonus finden", so der Fachmann.

tmw,08.10.2026, 05:30