Ardo-Aus hat riesige Folgen

Tiefkühl-Krieg in NÖ – Spar reagiert mit harter Ansage

Spar hat nach dem angekündigten Ardo-Aus eine Partnerschaft erweitert: Schneider’s Gemüseland übernimmt ab Sommer 2027 einige der Tiefkühlprodukte.
Newsdesk Heute
08.10.2026, 20:09
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Diese Nachricht schickte Schockwellen durch die Region: Nachdem die heurige Ernte abgearbeitet ist, soll das wichtigste Werk für Tiefkühlgemüse aus dem Marchfeld für immer schließen. Ardo Frost Austria will den Standort Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) komplett auseinandernehmen und die Produktion ins Ausland verlagern.

Der belgischen Konzerns macht den hohen Kostendruck in Österreich verantwortlich. Die heimische Politik will das Werk zwar mit aller Kraft retten, doch die Ardo-Manager lässt das kalt. Alle eingebrachten Vorschläge wurden am Mittwoch abgeschmettert.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Nicht nur die 500 zuliefernden Landwirte sind davon betroffen, die Folgen werden in ganz Österreich gravierend sein: Für Blattspinat und Rotkraut gibt es keine zweite Verarbeitungslinie. "Spinat in jeder Art und Weise würde mit der Zeit verschwinden, genauso wie das Rotkraut", so Bauernvertreter Robert Kriegl.

Für Karl Auer vom NÖ Gemüsebauverband (NGV) steht die "Zukunft der heimischen Gemüseproduktion" auf dem Spiel. Und Niederösterreichs Landesvize Stephan Pernkopf sieht darin "in Wahrheit eine Kriegserklärung."

Der schwerwiegende Verdacht: Die Belgier wollen heimisches Gemüse aus dem Markt drängen, diesen dann mit Billig-Importen fluten. Brisant: Ardo belieferte zuletzt die größten Supermarkt-Ketten des Landes, frostet auch für die bekannte Marke Iglo erntefrisches Gemüse.

Als einer der ersten Handelskonzerne reagierte Spar am Donnerstag auf die Entwicklung und kündigte eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem kleineren Tiefkühlspezialisten Schneider's Gemüseland. Der Familienbetrieb sitzt ebenfalls in Groß-Enzersdorf und ist bereits ein wichtiger Lieferant der Supermarktkette. Ab Sommer 2027 soll er einen Teil der bisherigen Ardo-Produktion für Spar übernehmen.

Aktuell stammen bereits rund 20 Produkte von Schneider’s Gemüseland. Fünf weitere Artikel seien fixiert worden, erklärte Spar-Sprecherin Nicole Berkmann. "Am Rest arbeiten wir."

Damit ist ein weiterer Teil der Marchfelder Tiefkühlprodukte abgesichert. Den Ardo-Ausfall kann Schneider’s Gemüseland jedoch nicht vollständig kompensieren, zumindest nicht in dieser kurzen Zeit.

Spar und Schneider’s Gemüseland arbeiten seit zehn Jahren zusammen. Im Zuge dieser Partnerschaft investierte der niederösterreichische Betrieb in neue Tiefkühl-Abfüllanlagen und ein vollautomatisiertes Tiefkühllager. Dadurch wurden die Lager- und Verarbeitungskapazitäten erweitert. "Spar gibt uns als verlässlicher Partner Planungssicherheit. Dies verschafft uns die Möglichkeit für weitere Investitionen im Marchfeld", erklärt Geschäftsführerin Barbara Kargl.

Auf "Heute"-Anfrage teilt auch Lidl mit, aktuell mögliche Ardo-Alternativen zu prüfen: "Unser Wunsch ist es jedenfalls, weiterhin Qualität aus Österreich auch in diesem Produktsegment anbieten zu können".

red,08.10.2026, 20:09