Der Tiefkühlgemüsehersteller Ardo Austria Frost plant sein Produktionswerk in Groß-Enzersdorf im Marchfeld 2027 zuzusperren: 190 Mitarbeiter, 50 Leiharbeitskräfte und 500 Bauern, die Gemüse anliefern, sind direkt von dem Aus betroffen.
Jetzt sagt Arbeiterkammer NÖ-Präsident und ÖGB NÖ-Präsident Markus Wieser: "Es ist alles zu tun, um die Produktion fortzuführen!" Die Gemüseproduktion könne nicht vom Ausland abhängig gemacht werden: "Es geht um eine zentrale Frage der Versorgungssicherheit."
Ardo selbst sei klar in die Pflicht zu nehmen. Es sei überhaupt nicht einzusehen, dass der österreichische Standort auf dem Rücken der heimischen Arbeitnehmer und Landwirte ausgehöhlt werde, gleichzeitig jedoch vom selben Unternehmen Tiefkühl-Gemüse aus halb Europa nach Österreich gebracht werden soll.
Das Marchfeld stehe seit jeher für hochwertige Gemüse-Produktion in Österreich mit hoher Wertschöpfung. Hohe Investitionen wurden dafür in den vergangenen Jahren seitens der Landwirte getätigt. Ardo habe hingehen die notwendigen Investitionen hintangehalten. Alle Beteiligten müssten nun zielführende Optionen ausloten, um die Produktion fortzuführen. "Die Arbeiterkammer und der ÖGB mit der zuständigen Fachgewerkschaft Pro-Ge bringen sich dafür ein und sind mit der Belegschaftsvertretung im ständigen Austausch", so Wieser.
Auch Landesvize Stephan Pernkopf (VP) betont: "Niemand will, dass die heimische Gemüseproduktion zugesperrt wird und dafür verstärkt Gemüse aus dem Ausland nach Österreich importiert wird."
Und weiter: "Die angekündigte Werksschließung von Ardo gefährdet nicht nur 500 bäuerliche Betriebe, sondern auch die Versorgung mit heimischem Gemüse. Es braucht deshalb rasche Klarheit von Seiten des Konzerns, was geplant ist. Hat man vor, die Anlagen abzubauen und die österreichischen Regale mit belgischem Gemüse statt mit österreichischem Spinat und heimischen Marchfeld-Erbsen zu befüllen? Die Antwort darauf würden die Konsumentinnen und Konsumenten rasch geben. Weder die Bauern noch die Konsumenten werden sich das nicht gefallen lassen und kämpfen hier Seite an Seite."
Ziel müsse sein, die Verarbeitung von heimischem Tiefkühlgemüse auch künftig in Österreich zu ermöglichen. Pernkopf: "Wir kämpfen daher für die heimischen Bauern und für heimisches Gemüse in unseren Regalen."
Ardo plant die Produktion einzustellen, "den Fokus in Österreich auf den Vertrieb zu legen, wobei Gemüse aus anderen Ardo-Werken geliefert wird".
Ein Ardo-Sprecher sagte zu "Heute", dass es mit der Landwirtschaftskammer diese Woche ein Gespräch geben wird, die Lage sei aber "unverändert". Was bedeutet, dass die Schließungspläne, wie am Donnerstag kommuniziert, umgesetzt werden sollen.