Nach dem dramatischen Kellerbrand in Mank (Bezirk Melk) steht nun die Ursache fest. Laut Polizei dürfte ein technischer Defekt in den Sicherungen eines selbstgebauten Batteriespeichers zu einer Überhitzung der Akkuzellen geführt haben. In weiterer Folge kam es zu einer chemischen Reaktion und mehreren Explosionen.
Der Brand war am 15. September gegen 20.30 Uhr in einem Wohnhaus ausgebrochen. Als die Polizei eintraf, war die Feuerwehr bereits mit einem Atemschutztrupp im Gebäude. Kurz darauf, gegen 20.50 Uhr, waren plötzlich Explosionen aus dem Inneren zu hören.
Die Feuerwehrleute verließen das Haus sofort. Dennoch wurde ein Feuerwehrmann durch eine Explosion leicht im Gesicht verletzt. Ein weiterer Einsatzmann wurde zur Untersuchung ins Landesklinikum Melk gebracht. Auch zwei Bewohner wurden vorsorglich ins Spital gebracht. Alle drei Hausbewohner blieben letztlich unverletzt.
Im Keller befand sich der Energiespeicher einer Photovoltaikanlage. Das selbstgebaute System hatte eine Speicherkapazität von rund 27 kWh und bestand laut Polizei aus etwa 4.000 Lithium-Ionen-Zellen des Typs 18650.
Der Speicher war in einem ehemaligen Öllagerraum untergebracht, der als Brandschutzraum diente. Für die Feuerwehr war der Bereich nur schwer zugänglich. Um die Akkus zu kühlen und eine weitere Rauchentwicklung zu verhindern, fluteten die Einsatzkräfte den Speicher mit Wasser. Dadurch konnten die Batteriezellen schließlich gelöscht werden.
Das Gebäude wurde noch am selben Abend gesperrt. Zusätzlich schaltete der Stördienst den Strom ab. Die anschließende Brandursachenermittlung ergab laut Polizei, dass offenbar ein technischer Defekt an den Sicherungen für die Überhitzung verantwortlich war.
Bei den Ermittlungen stellte sich außerdem heraus: Ein selbstgebauter Stromspeicher mit mehr als 20 kWh muss von einem konzessionierten Elektrounternehmen abgenommen beziehungsweise überprüft werden. Das dürfte in diesem Fall nicht erfolgt sein.
Der Sachschaden ist enorm: Laut Polizei liegt er im sechsstelligen Eurobereich.