Hiobsbotschaft in NÖ

Tiefkühl-Riese sperrt Werk zu – 240 Jobs plötzlich weg

Ardo Austria Frost informierte gestern die Belegschaft, dass man 2027 das Produktions- und Verpackungswerk in Groß-Enzersdorf schließen will.
Erich Wessely
25.09.2026, 05:15
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Nächste wirtschaftliche Hiobsbotschaft in NÖ: "Auf Basis einer umfassenden Analyse des Investitionsbedarfs, der Kostensituation und des Marktpotenzials" müsse Ardo (Anm.: auf Tiefkühlgemüse, Kräuter und Obst spezialisiert) sein Werk schließen.

Das Werk im Marchfeld sei in die Jahre gekommen und würde "erhebliche Investitionen in Produktion, Verpackung, Lagerhaltung und Versorgungseinrichtungen benötigen".

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Über 200 Mitarbeiter betroffen

Von diesem Schritt werden rund 190 Ardo-Mitarbeiter sowie rund 50 Leiharbeitskräfte bei der Ardo Austria Frost GmbH betroffen sein. Ausgenommen sind Mitarbeiter im Vertrieb und im Vertriebsinnendienst, die in "einem neuen, noch festzulegenden Standort in der Region von Wien" unterkommen sollen.

"Schrittweiser Auslauf der Aktivitäten"

Werksleiter Christian Karwen betont: "Es ist uns wichtig, in der kommenden Zeit gemeinsam mit dem Betriebsrat einen Sozialplan für die rund 190 betroffenen Ardo-Mitarbeitenden auszuarbeiten, der soziale Kriterien berücksichtigt und den beabsichtigten schrittweisen Auslauf der Aktivitäten hier in Österreich unterstützt."

Die Gewerkschaft PRO-GE drängt auf einen raschen Sozialplan und eine Arbeitsstiftung für die Betroffenen.

"Heimische Produktion geschwächt"

Durch das Aus des Produktionsstandortes verlieren nicht nur rund 240 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Gleichzeitig droht Österreich auch ein beträchtlicher Verlust an regionaler Wertschöpfung und ein Rückschritt bei der heimischen Lebensmittelversorgung, warnt die Gewerkschaft.

Die PRO-GE werde gemeinsam mit dem Betriebsrat die Belegschaft in den nächsten Wochen umfassend beraten. "Wir fordern einen raschen Sozialplan und eine Arbeitsstiftung für die betroffenen Beschäftigten", kündigte Patrick Slacik, Landesgeschäftsführer der PRO-GE Niederösterreich, in einer Aussendung an.

"Erheblicher Verlust an Wertschöpfung"

Besonders kritisch sieht die Gewerkschaft die Pläne, Gemüse künftig aus anderen europäischen Werken nach Österreich zu liefern. Dadurch werde die heimische Produktion geschwächt. Darüber hinaus habe die Schließung Auswirkungen weit über das Werk hinaus. "Zahlreiche Gemüsebauern im niederösterreichischen Marchfeld könnten einen wichtigen Abnehmer für ihre Produkte verlieren. Damit drohe zusätzlich auch ein erheblicher Verlust an Wertschöpfung in der österreichischen Landwirtschaft", heißt es.

wes,25.09.2026, 05:15