Jetzt ist die Entscheidung offenbar gefallen: Der Tiefkühl-Spezialist Ardo will sein Werk in Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) Ende August 2027 schließen. Auch mögliche staatliche Hilfen können das Unternehmen nicht mehr umstimmen.
Vertreter der Ardo-Gruppe trafen sich am Mittwoch mit Vertretern der Bundesregierung. Dabei wurden laut Unternehmen auch mögliche Unterstützungsmaßnahmen für den Standort besprochen und geprüft. Ardo will diese Option aber nicht weiterverfolgen.
Als Grund nennt das Unternehmen grundlegende wirtschaftliche Probleme am Standort. Energie, Arbeit und Rohstoffe seien in Österreich deutlich teurer als in anderen Regionen Europas. Trotz früherer Bemühungen sei es nicht gelungen, das Werk dauerhaft profitabel zu betreiben.
Eine Fortführung mit öffentlichen Subventionen hält Ardo nach eigenen Angaben nicht für eine nachhaltige Lösung. Dazu kämen rechtliche Risiken. Unternehmen und Berater vertreten die Ansicht, dass umfangreiche staatliche Hilfen womöglich Probleme mit den EU-Regeln für staatliche Beihilfen und dem Wettbewerbsrecht auslösen könnten. Diese Einschätzung stammt von Ardo selbst.
Damit bleibt das Unternehmen bei der bereits am 24. September angekündigten Absicht, den Standort Ende August 2027 zu schließen – "Heute" berichtete. Im Mittelpunkt stehen nun die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern. Für die betroffenen Beschäftigten soll ein "ausgewogener Sozialplan" ausgearbeitet werden.
Auch für die Bauern in der Region dürfte das Aus Folgen haben. Ardo kündigte an, mit der Erzeugerorganisation ETG und Regierungsvertretern weiter darüber sprechen zu wollen, wie der Übergang für die betroffenen Landwirte erleichtert werden kann.