Frühe Kündigung nicht möglich

Krebskranker (28) muss für Fitness-Studio weiterzahlen

Nach seiner Krebsoperation darf Philipp Hansel keinen Sport machen. Trotzdem soll er weiter fürs Fitness-Studio zahlen. Jetzt platzt ihm der Kragen.
Victoria Carina  Frühwirth
09.10.2026, 05:15
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Krebsdiagnose statt Krafttraining: Für Philipp Hansel (28) aus dem Bezirk Mödling hat sich das Leben im September schlagartig verändert. Am 16. September erfuhr der Influencer, dass er einen Hodentumor hat. Seither dokumentiert er unter dem Nutzernamen "Heldenkomplex" auf TikTok und Instagram seinen Umgang mit der Erkrankung.

Zwei Tage später wurde er operiert. Seither darf er keinen Sport mehr machen. Doch jetzt sorgt sein Fitness-Studio für zusätzlichen Ärger: Trotz ärztlichem Attest soll er für Oktober noch knapp 40 Euro zahlen. "Ich habe Krebs, ich kann gar nicht trainieren!", ärgert sich Hansel im "Heute"-Gespräch.

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Krebsdiagnose verändert alles

Im März 2026 hatte der 28-Jährige einen Vertrag bei einer beliebten Fitness-Studio-Kette abgeschlossen. Weil er sich später ein eigenes Fitness-Studio zu Hause einrichtete, kündigte er bereits im Sommer. Der Vertrag sollte aber noch bis zum Ende der Mindestvertragsdauer im März 2027 laufen, so auch die monatlich zu zahlenden Mitgliedsbeiträge.

Dann kam die Krebsdiagnose. Nach seiner Operation am 18. September wurde Hansel ein Sportverbot verordnet. Wie lange dieses dauert, ist noch unklar. Weitere Befunde stehen aus, auch eine langwierige Chemotherapie kann derzeit nicht ausgeschlossen werden. "Es kann sein, dass ich noch viel länger keinen Sport machen darf", klagt der Sport- und Krebs-Influencer.

Studio verlangt trotzdem Oktober-Beitrag

Ende September beantragte Hansel deshalb eine außerordentliche Kündigung mit sofortiger Wirkung. Nachdem die Krankmeldung nicht genügt hatte, übermittelte er am 1. Oktober auch noch das verlangte ärztliche Attest. Die Antwort vom Fitness-Studio: Sein Vertrag wird vorzeitig mit 31. Oktober beendet. Den Oktober soll er trotzdem bezahlen.

Für den Krebspatienten ist das völlig unverständlich. Weil er bereits eine Vorahnung hatte, räumte der 28-Jährige gerade noch rechtzeitig sein Konto leer. Tatsächlich versuchte das Studio laut Hansel, Anfang Oktober knapp 40 Euro einzuziehen. Die Abbuchung scheiterte, seine Bank verrechnete ihm dafür 7,76 Euro Spesen.

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"Ich sehe nicht ein, wieso ich für Oktober zahlen soll", schüttelt der 28-Jährige den Kopf. Er fordert die Stornierung des Oktober-Beitrags, die Erstattung der Bankspesen und eine anteilige Rückzahlung für die letzten beiden Septemberwochen. "Wie krank muss ein Mensch eigentlich sein, damit ein Fitness-Studio akzeptiert, dass er seine Leistung derzeit schlicht nicht nutzen kann?", fragt Hansel.

So argumentiert Fitness-Studio

Auf "Heute"-Anfrage erklärt das Unternehmen, den Fall intern geprüft zu haben. Die Mitgliedschaft sei "vor Ablauf der ursprünglich vereinbarten Vertragslaufzeit und zum technisch nächstmöglichen Termin beendet" worden.

Man habe Verständnis für die Situation des Mitglieds, heißt es weiter. Und: Hansel könne sich an den Kundenservice wenden. Die Frage, warum der Beitrag für Oktober noch fällig sein soll, beantwortet das Studio nicht.

Während der Mödlinger noch auf seine endgültigen Krebsbefunde wartet, muss er sich nun auch mit offenen Mitgliedsbeiträgen herumschlagen. Ob er diese tatsächlich bezahlen muss, ist rechtlich nicht geklärt.

VF,09.10.2026, 05:15