Sparbuch, Aktien oder doch der große Lottogewinn? Wie die Österreicher für ihre Zukunft vorsorgen, zeigt eine aktuelle Integral-Umfrage im Auftrag der Immobilienrendite AG. Dafür wurden im September 1.000 Menschen online befragt.
Das überraschende Ergebnis: 14 Prozent setzen im Bundesschnitt bei ihrer Zukunftsvorsorge auf Lotto. In Niederösterreich sind es sogar 16 Prozent, in Oberösterreich und Salzburg nur 10 Prozent.
Die finanzielle Lage ist für viele aber angespannt. 19 Prozent kommen monatlich kaum über die Runden und können deshalb nicht vorsorgen. Weitere 6 Prozent leben bereits teilweise von ihren Ersparnissen. Insgesamt befinden sich damit 25 Prozent in finanzieller Schieflage.
Besonders brisant: In Niederösterreich greifen bereits 10 Prozent auf ihr Erspartes zurück, in Wien sind es hingegen nur 4 Prozent. Weitere 13 Prozent haben österreichweit überhaupt nichts angespart oder investiert.
Trotz Teuerung sparen oder investieren 51 Prozent weiterhin, 12 Prozent sogar mehr als früher. Das Sparbuch bleibt mit 50 Prozent die beliebteste Anlageform.
Doch Niederösterreich bildet mit nur 42 Prozent das Schlusslicht. In Tirol und Vorarlberg besitzen dagegen 62 Prozent ein Sparbuch. Auf Bausparverträge setzen österreichweit 30 Prozent.
Bei anderen Anlagen sind Männer deutlich aktiver: 25 Prozent investieren in Exchange Traded Funds (ETFs), bei Frauen sind es nur 7 Prozent. Kryptowährungen besitzen 16 Prozent der Männer, aber nur 3 Prozent der Frauen.
Wenn das Geld knapp wird, würden 37 Prozent zuerst ihre Ausgaben reduzieren, heißt es in der Umfrage. 21 Prozent greifen dabei auf Ersparnisse zurück, 18 Prozent bitten ihre Eltern um Hilfe. Weitere 10 Prozent wenden sich an die Bank und 7 Prozent an ihren Partner. Auch bei der Absicherung gibt es Unterschiede: 26 Prozent der Männer haben bereits vorgesorgt und können sich in Krisenzeiten selbst helfen, bei Frauen sind es nur 16 Prozent. "Wie auch diese Studie wieder zeigt, befinden sich vor allem Frauen weiterhin in finanzieller Abhängigkeit", erklärt Integral-Studienleiterin Petra Starecek.
Nur 27 Prozent haben in eine eigene Wohnung oder ein Haus investiert. Lediglich 5 Prozent besitzen eine Vorsorgewohnung oder vermietete Immobilie. Als größte Hürde sehen 38 Prozent die Politik und deren Umgang mit der Teuerung, heißt es weiter. 35 Prozent nennen dabei Zukunftsangst, ein Drittel die hohen Baukosten. Immerhin: Jeder Vierte glaubt bereits, dass die Immobilienkrise abklingt und Eigentum wieder attraktiver wird.
Während im Westen das Sparbuch hoch im Kurs steht, hoffen in Niederösterreich 16 Prozent bei ihrer Zukunftsvorsorge auf die richtigen Lottozahlen.