Porsche steht unter Druck und reagiert mit einem radikalen Kurswechsel. Der deutsche Autobauer will in Zukunft weniger, aber teurere Autos verkaufen. Die Gewinnschwelle soll bei weniger als 200.000 verkauften Fahrzeugen pro Jahr liegen.
Dafür setzt Porsche auf mehr hochklassige Modelle und teure Sonderwünsche. Die Zahl der Modellvarianten soll um etwa 20 Prozent sinken, die Belegschaft mittelfristig um ein Viertel schrumpfen.
Wie n-tv unter Berufung auf dpa meldet, zeigt sich Autoexperte Frank Schwope zuversichtlich, dass neue Modelle und niedrigere Kosten dem Konzern helfen werden, "die Margen wieder in auskömmliche Höhen zu treiben".
Eine klare Ansage machte Porsche-Chef Michael Leiters zum Klassiker 911: "Der 911er wird niemals elektrisch sein." Für das kommende Jahr kündigte er allerdings elektrische Versionen von Boxster und Cayman an. Gleichzeitig hält der Autobauer an Verbrennern und Plug-in-Hybriden fest.
Dass Porsche erst jetzt gegensteuert, kritisieren Experten. Autoanalyst Stephan Bratzel warnt: "Die Strategie kann helfen, Porsche wieder profitabler und widerstandsfähiger zu machen, aber sie löst das China-Problem nicht automatisch."
Die Zahlen zeigen den Ernst der Lage: Weltweit lieferte Porsche im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 122.306 Autos aus - 16 Prozent weniger als im Vorjahr. In China sanken die Verkäufe sogar um 32 Prozent.
Gegen den Trend lief einzig der 911: Davon wurden 30.534 Stück verkauft, ein Plus von 19 Prozent.
Der Durchschnittspreis der teuersten 10.000 verkauften Autos soll bis 2030 von 270.000 auf 330.000 Euro steigen. Porsche prüft zudem ein SUV, das größer und teurer als der Cayenne sein soll, sowie einen Supersportwagen oberhalb des 911.