Es sind keine guten Zeiten für die deutsche Autoindustrie.
In der ersten Jahreshälfte fielen die Umsätze von Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW auf rund 284 Milliarden Euro - ein Minus von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Während die globale Konkurrenz zulegte, belegen die deutschen Hersteller im Konzern-Ranking nur die hinteren Plätze. Den stärksten Zuwachs verzeichneten Tesla, Suzuki und Geely.
Laut einer Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, über die n-tv berichtet, sank auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 19 Prozent auf 13 Milliarden Euro. Das ist der niedrigste Wert seit dem Pandemie-Jahr 2020.
EY-Branchenexperte Constantin Gall sieht die deutschen Autobauer in einer Profitabilitätskrise: "Die deutschen Hersteller verlieren nicht nur Marktanteile, sondern vor allem Ertragskraft."
Besonders der chinesische Markt bereitet Kopfzerbrechen. VW, Mercedes und BMW verzeichneten dort einen Absatzrückgang von 25 Prozent. "China bleibt das größte Einzelrisiko für die deutschen Konzerne", warnt Gall.
Die hohen Energiepreise, Bürokratie und die geringe Produktivität würden den Standort Deutschland zunehmend zur Belastung machen. "Deutsche Konzerne suchen daher ihr Heil in der Abwanderung an attraktivere Standorte", so Gall.
Die Krise sorgt für massive Unruhe. Bei VW stehen Werksschließungen in Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm im Raum. Zehntausende Jobs sind bei den Herstellern und Zulieferern wie Bosch und ZF Friedrichshafen gefährdet.
Dagegen macht die IG Metall am Montag an 200 Orten mobil. Unter dem Motto "Zukunft statt Kahlschlag" werden mehr als 100.000 Teilnehmer erwartet.