Die großen Autobauer verdienen deutlich weniger an ihren Fahrzeugen. Im ersten Halbjahr 2026 sank der gemeinsame Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 15 untersuchten Herstellern um 17,5 Prozent auf 35,6 Milliarden Euro, obwohl der Umsatz nur um 1,4 Prozent zurückging.
Das zeigt der aktuelle AutomotivePERFORMANCE Report des deutschen Centers of Automotive Management (CAM). Untersucht wurden unter anderem Mercedes-Benz, BMW, Volkswagen, Toyota, Tesla, Ford, Stellantis und mehrere japanische Hersteller.
Besonders deutlich wird der Rückgang beim durchschnittlichen Konzern-Ergebnis pro ausgeliefertem Pkw. Im Mittel sank dieser Wert von 1.409 Euro im ersten Halbjahr 2025 auf nur noch 1.187 Euro heuer – ein Minus von 16 Prozent.
Studienleiter Stefan Bratzel sieht darin ein Alarmsignal: "Wenn das EBIT zwölfmal so stark einbricht wie der Umsatz, verliert die Branche nicht Marktanteile, sondern Ertragskraft – und das ist strategisch gefährlicher."
Zwischen den Herstellern gibt es enorme Unterschiede. Mercedes-Benz kommt laut CAM auf 4.122 Euro je Pkw und liegt damit an der Spitze, gefolgt von BMW mit 3.142 Euro.
Dahinter klafft bereits eine deutliche Lücke. Erst weit abgeschlagen folgen GM (1.694 Euro), Toyota (1.649 Euro), Hyundai-Kia (1.638 Euro), Volkswagen (1.492 Euro), Tesla (1.374 Euro) und Ford (1.315 Euro).
Unter dem Durchschnitt von 1.187 Euro rangieren Suzuki mit 1.059 Euro, Renault mit 966 Euro, Mazda mit 960 Euro, Mitsubishi mit 755 Euro, Nissan mit 525 Euro und Stellantis mit 471 Euro.
Honda fällt mit einem negativen Wert von 3.418 Euro je Pkw aus dem Vergleich. Hauptgrund sind laut Analyse hohe Abschreibungen im Zuge der Neuausrichtung der Elektroauto-Strategie.
Bei Mazda, Nissan und Stellantis hätten dagegen Kostensenkungen, Restrukturierungen und die Erholung von einer schwachen Basis zu besseren Ergebnissen geführt. Diese Turnarounds seien jedoch nur Zwischenerfolge und noch keine Trendwende.
Für die zweite Jahreshälfte erwartet das CAM keine breite Entspannung. US-Zölle, der intensive Preiswettbewerb in China, schwankende Wechselkurse und weitere Anpassungen der Elektroauto-Programme dürften Ergebnisse und Margen weiter belasten.
Kostensenkungen, weniger komplexe Strukturen und ein profitablerer Produktmix könnten die Entwicklung zwar stabilisieren. Nach Einschätzung des Instituts werden diese Maßnahmen die Belastungen aber nicht bei allen Herstellern vollständig ausgleichen.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das CAM mit weiteren Sparprogrammen in der Autoindustrie. Entscheidend werde weniger sein, wie viele Fahrzeuge ein Konzern verkauft, sondern wie gut es ihm gelingt, Kosten zu kontrollieren und mit seinen Modellen ausreichend Geld zu verdienen.