Eine Frau bemerkte beim nächtlichen Abstieg im Tiroler Halltal plötzlich, dass der hinter ihr gehende Begleiter nicht mehr da war. Sie schlug Alarm. Für den 56-jährigen Tiroler kam jedoch jede Hilfe zu spät.
Gegen 23.30 Uhr ging bei der Leitstelle Tirol der Notruf ein. Zwischen der Alpensöhnehütte und der Halltaler Hütte in Absam dürfte eine Person abgestürzt sein.
"Daraufhin begann eine große Suchaktion der Bergrettungen Hall, Innsbruck und Wattens", schildert Einsatzleiter Daniel Kölli, Ausbildungsleiter der Tiroler Alpinpolizei und Haller Bergretter, gegenüber der "Kronen Zeitung".
Auch ein mit einer Wärmekamera ausgestatteter Hubschrauber des Innenministeriums aus Salzburg wurde angefordert. Wegen der Witterung konnte dieser allerdings nicht bis nach Tirol fliegen.
Daraufhin kamen Drohnen der Berufsfeuerwehr Innsbruck und der Freiwilligen Feuerwehr Arzl zum Einsatz.
"Gegen 1.30 Uhr hatte dann eine Drohne eine Sichtung", erklärt Daniel Kölli der "Krone". Bergretter stiegen anschließend zu der Stelle in einer Rinne ab. Auf rund 1.200 Metern Höhe fanden sie eine leblose Person.
"Es konnte nur noch der Tod festgestellt werden", informiert der Einsatzleiter.
Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen 56-jährigen Tiroler. Er hatte zuvor an einer Feier auf der Alpensöhnehütte teilgenommen und war danach gemeinsam mit einer Frau über den Steig in Richtung Halltal abgestiegen, heißt es in dem Bericht.
Aus bisher unbekannter Ursache dürfte der Mann vom Steig abgekommen sein. Er stürzte rund 100 Meter über abschüssiges, steiles und felsdurchsetztes Grasgelände in eine Rinne unter einer Materialseilbahn.
Die Frau bemerkte schließlich, dass der hinter ihr gehende 56-Jährige nicht mehr zu sehen war, und verständigte die Einsatzkräfte. Am Montagmorgen wurde der Tote vom Polizeihubschrauber Libelle Tirol mit einem Tau geborgen und ins Tal geflogen.