Die meisten von uns kämpfen hart, um die Miete und sonstige Rechnungen zu bezahlen. Einen 51-jährigen Österreicher beschäftigt eine ganz andere Frage: Könnte er bereits jetzt mit der Arbeit aufhören und für den Rest seines Lebens von seinem Vermögen leben?
Seinen ungewöhnlichen Plan hat der Mann auf Reddit öffentlich gemacht. Aktuell sei er arbeitslos, Kinder habe er keine. Dafür besitzt er eine abbezahlte Eigentumswohnung, die seit vielen Jahren sein Hauptwohnsitz ist.
Genau diese Wohnung könnte nun der Schlüssel zu seinem frühen Ausstieg aus dem Arbeitsleben werden.
Der 51-Jährige überlegt, die Immobilie zu verkaufen. Nach bisherigen Schätzungen von Maklern könnte sie ihm zwischen 850.000 und 930.000 Euro einbringen.
Von diesem Geld möchte er anschließend leben. Sein Plan ist durchaus konkret: Zu Beginn will er monatlich zwischen 3.500 und 4.000 Euro entnehmen. Sobald er eine Pension erhält, soll aus dem angesparten Vermögen nur noch die Differenz zu diesem Betrag kommen.
Sein Geld möchte der 51-Jährige nach einem Wohnungsverkauf jedenfalls nicht einfach auf dem Konto liegen lassen. Etwa 2,4 Prozent sollen als schnell verfügbares Geld dienen, rund 23,6 Prozent möchte er in Anleihen und den mit Abstand größten Teil – rund 74 Prozent – in ETFs investieren (das sind breit gestreute Fonds, die sehr niedrige Gebühren haben).
Laut seinem Pensionskonto könne er aus heutiger Sicht später mit rund 2.300 Euro brutto Pension rechnen.
Ganz aufbrauchen will der Österreicher sein Vermögen allerdings nicht. Mit 80 Jahren sollen noch rund 150.000 Euro vorhanden sein. "Ich will mir ein Eis im Altersheim kaufen können 🤣", schreibt er auf Reddit.
Doch sein Plan stößt nicht nur auf Zustimmung. Einige Nutzer halten die geplanten monatlichen Ausgaben für zu hoch.
"die monatsausgaben wären mir zu hoch bzw das vermögen zu niedrig. würde eher 2000 bis höchstens 3000 anstreben", warnt ein Nutzer. Vor allem ein schwacher Aktienmarkt könnte die Rechnung durcheinanderbringen.
Ein anderer rechnet vor: Bei 3.500 Euro im Monat würden bis zum Pensionsantritt innerhalb von 14 Jahren bereits knapp 590.000 Euro benötigt – sofern sich das Vermögen in dieser Zeit nicht entsprechend vermehrt.
Auch die Wohnsituation sorgt für Diskussionen. Denn verkauft der 51-Jährige seine Eigentumswohnung, braucht er anschließend eine neue Bleibe. "dein großer faktor den du da gerade vergisst ist auch die miete wenn du deine wohnung verkaufst", schreibt ein Nutzer.
„Das klingt ein wenig kurzsichtig!“Kritik eines anderen Nutzers
Der Österreicher erklärt allerdings, dass er günstig bei seinem Freund oder seiner Mutter wohnen könne. Auch eine Freundin komme infrage.
Ein Reddit-Nutzer hält das für riskant: "Das klingt ein wenig kurzsichtig und nicht nach einem Plan bis über die Pension hinaus."
Auch Krankenversicherung, Steuern und mögliche unerwartete Ausgaben muss der 51-Jährige in seine Rechnung einbeziehen. Ein Nutzer weist etwa darauf hin, dass er seine Sozialversicherung bis zur Pension selbst bezahlen müsse, sofern er nicht anderweitig versichert ist.
Die Diskussion lässt den Österreicher seinen ursprünglichen Plan bereits überdenken. Statt überhaupt nicht mehr zu arbeiten, kann er sich nun offenbar auch eine abgeschwächte Variante vorstellen.
"Ich tendiere damit jetzt auch durchaus zum „Barista FIRE", bissl was dazu, Selbstversicherung nicht notwendig.... mal sehen“, schreibt er.
Bei diesem Modell geht es darum, nicht mehr Vollzeit zu arbeiten, sondern mit einem kleineren Job einen Teil der laufenden Kosten abzudecken.
Ob er seine Wohnung tatsächlich verkauft und seinen Plan umsetzt, hat der Österreicher noch nicht entschieden.