Traurige Nachrichten aus Polen: Bei einem Anschlag in Krakau ist eine österreichische Staatsbürgerin ums Leben gekommen. Ihr Ehemann wurde bei der Attacke verletzt. Das bestätigte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) in einer Stellungnahme auf X.
"Mit großer Bestürzung habe ich erfahren, dass eine österreichische Staatsbürgerin bei dem furchtbaren Anschlag in Krakau ihr Leben verloren hat. Ihr Ehemann wurde dabei verletzt", schrieb die Außenministerin.
Die Neos-Politikerin zeigte sich tief betroffen. "Meine Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei ihrem Mann, ihrer Familie und allen Menschen, die ihr nahestanden. Ihnen gilt mein aufrichtiges Mitgefühl", erklärte sie. Österreich stehe bereits in engem Kontakt mit den polnischen Behörden. Man setze alles daran, die Angehörigen in dieser schwierigen Situation bestmöglich zu unterstützen.
Dem kann sich Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) nur anschließen. Er zeigt sich "tief schockiert über den brutalen Terroranschlag". "Mein herzliches Mitgefühl und meine Gebete gelten der Familie unserer Mitbürgerin sowie allen Opfern und ihren Angehörigen."
Meinl-Reisinger bedankte sich zudem bei den Mitarbeitern des österreichischen Generalkonsulats in Krakau und der Botschaft in Warschau für ihren raschen Einsatz vor Ort. Nähere Angaben zur Identität der getöteten Österreicherin und zum Zustand ihres verletzten Ehemanns machte die Außenministerin in ihrer Stellungnahme nicht.
Der Anschlag hatte sich am Samstagnachmittag gegen 15 Uhr im historischen Zentrum der polnischen Stadt ereignet. Ein bewaffneter Mann fuhr mit einem Auto auf den zentralen Marktplatz und eröffnete wahllos das Feuer auf Passanten.
Mindestens sechs Menschen wurden bei dem Angriff getötet, zahlreiche weitere verletzt. Unter den Todesopfern befinden sich vier Frauen und zwei Männer. Zwölf Verletzte befanden sich nach Behördenangaben in einem kritischen oder lebensgefährlichen Zustand.
Der mutmaßliche Täter, ein 24-jähriger Pole, trug Tarnkleidung und verwendete laut Polizei ein halbautomatisches Sturmgewehr. In seinem Fahrzeug wurden weitere Waffen und Munition sichergestellt.
Nach dem Angriff flüchtete der Verdächtige mit seinem Auto. Dabei kam es zu einem Verkehrsunfall. Als Polizisten einschritten, eröffnete der Mann erneut das Feuer. Die Beamten schossen zurück und konnten ihn schließlich festnehmen. Zwei Polizisten wurden bei dem Einsatz verletzt.
Besonders erschütternd: Im Haus des Verdächtigen in Ostrowiec Swietokrzyski, rund 180 Kilometer nordöstlich von Krakau, entdeckten Ermittler drei weitere Leichen. Wie die polnische Polizei am Sonntag bestätigte, handelt es sich um die Eltern und die Schwester des 24-Jährigen. Der Mann steht im Verdacht, auch sie erschossen zu haben.
Polens Innenminister Marcin Kierwinski erklärte, der mutmaßliche Attentäter sei von rechtsextremen Ideologien fasziniert gewesen. Die Ermittler gehen derzeit von einem Einzeltäter aus. Das genaue Motiv ist noch Gegenstand der Untersuchungen.
Ministerpräsident Donald Tusk bezeichnete den Angriff als Akt des "Terrorismus". Für Sonntag und Montag wurde in Polen eine zweitägige landesweite Staatstrauer ausgerufen.