Verstörende Details über den Krakau-Täter. Am Samstagnachmittag tötete Michał O. (24) sechs Passanten und verletzte mehrere Personen schwer – darunter auch einen Österreicher. Der Pole fuhr gegen 15 Uhr mit einem schwarzen Auto auf den Krakauer Marktplatz und eröffnete dort das Feuer.
Der Schütze wurde wenige Minuten später von Beamten angeschossen und verletzt in ein Spital gebracht. Der Mann habe sich nicht ergeben wollen, sondern auf einschreitende Beamte gefeuert. Zwei Polizisten seien dabei verletzt worden, erklärte die Polizei.
Im Laufe des Samstagabends hat die polnische Polizei eine weitere grausame Entdeckung gemacht. Im Wohnhaus des Täters wurden drei Leichen gefunden – laut Berichten die Schwester und Eltern des Schützen. Damit liegt die Zahl der Todesopfer bei neun. "Meine tiefe Anteilnahme an die Familien und Angehörigen der Opfer des tragischen Attentats", schrieb Polens Premierminister Donald Tusk auf X.
Jetzt kommen immer mehr Details über Michał O. ans Licht. "Radio Eska" sprach mit einer alten Schulkameradin des 24-Jährigen. Schon während der Schulzeit soll der 24-Jährige verstörende Zeichnungen gemalt haben. Darauf seien erhängte Menschen und eine bewaffnete Person zu sehen gewesen, die eine Schule betritt.
"Wir fragten ihn, was das sei. Er sagte, ein Anschlag auf die Schule", erinnert sich die Frau. Auf den Bildern hätten auch Leichen gelegen. Die Person, die mit einer Pistole in die Schule kommt, sollte laut seinen damaligen Erklärungen er selbst sein.
Die Zeichnungen seien ihr und anderen Schülern aufgefallen. Als Ankündigung eines tatsächlichen Angriffs hätten sie diese damals aber nicht verstanden. Auch eine Szene aus dem Fernunterricht ist der ehemaligen Schulkameradin in Erinnerung geblieben: Michał O. soll sich mit einer alten Gasmaske vor dem Gesicht zugeschaltet haben.
Als er auf die Szenen und Zeichnungen angesprochen wurde, soll er gemeint haben, dass er Attentäter werden wolle.
Aus der unmittelbaren Nachbarschaft der Familie in Ostrowiec Świętokrzyski kommen unterdessen ganz andere Schilderungen. Eine Anrainerin erklärte gegenüber "Radio Eska", sie habe nie etwas Beunruhigendes bemerkt. "Ganz normale, nette Leute. Der Vater war sehr offen und gesprächig. Er hat uns Eier gebracht. Die Mutter hat bei einem Supermarkt gearbeitet", erzählt sie.
Auch den Sohn habe sie als freundlich und hilfsbereit erlebt. "Er war so ruhig, zeigte kaum einen Gesichtsausdruck. Aber er hat wirklich immer gegrüßt", so die Nachbarin. Wenn sie ihn um Hilfe gebeten habe, etwa bei der Reparatur einer Lampe, habe er geholfen.
Besonders herzlich spricht die Frau über die Schwester des 24-Jährigen. Sie habe an der Krakauer Kunstakademie studiert und gemalt. "Ein wunderbares Mädchen, nett und offen", erinnert sich die Anrainerin.