Bei dem verheerenden Schusswaffenangriff in der polnischen Stadt Krakau ist auch ein österreichischer Staatsbürger verletzt worden. Das bestätigte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) in der Nacht auf Sonntag.
Der Angreifer hatte am Samstag in der historischen Altstadt wahllos auf Passanten geschossen. Sechs Menschen kamen ums Leben, mindestens 15 weitere wurden verletzt. Hinzu kommen drei Leichen, die später im Haus des Attentäters gefunden wurden.
Wie schwer der Österreicher verletzt wurde, ist derzeit nicht bekannt. Insgesamt sollen sich zwölf Verletzte in einem kritischen oder lebensgefährlichen Zustand befinden. Unter den Opfern sind neben polnischen Staatsbürgern auch Menschen aus Deutschland, Portugal, Russland und Großbritannien.
Außenministerin Meinl-Reisinger reagierte auf X mit deutlichen Worten auf das Blutbad. Sie bezeichnete den Angreifer als Rechtsextremen und warnte vor den Folgen menschenfeindlicher Hetze.
"Rechtsextremismus entsteht nicht über Nacht. Extremismus wächst überall dort, wo menschenfeindliche Rhetorik salonfähig wird", schrieb die Neos-Politikerin. Besonders scharf kritisierte sie politische Verantwortungsträger, die bei Hass wegsehen, diesen relativieren oder sogar gezielt verstärken würden, weil es ihnen politisch nütze.
"Das zerstört unsere Gesellschaft und bedroht unsere Sicherheit", so Meinl-Reisinger. Eine liberale Demokratie müsse gewährleisten, dass jeder Mensch ohne Angst vor Gewalt, Einschüchterung und Ausgrenzung leben könne.
Der Angriff ereignete sich am Samstagnachmittag kurz vor 15 Uhr auf dem Großen Ring, dem zentralen Marktplatz von Krakau. Ein 24-jähriger Pole eröffnete aus einem fahrenden Auto heraus mit einer halbautomatischen Langwaffe das Feuer auf Passanten.
Anschließend flüchtete der Mann mit seinem Wagen. Nach einem Zusammenstoß mit einem anderen Auto lieferte er sich einen Schusswechsel mit der Polizei. Die Beamten konnten den Angreifer schließlich überwältigen. Er wurde lebensgefährlich verletzt in ein Krankenhaus gebracht und mehrfach operiert.
Laut Polens Innenminister Marcin Kierwinski gibt es Hinweise darauf, dass der Mann von rechtsextremen Ideologien fasziniert gewesen sei. Ob diese tatsächlich das Motiv für den Angriff waren, wird noch untersucht.
Am Samstagabend machten Ermittler eine weitere schreckliche Entdeckung. Im Haus des mutmaßlichen Täters, rund zwei Autostunden von Krakau entfernt, fanden sie drei Leichen. Laut Ministerpräsident Donald Tusk handelt es sich um zwei Frauen und einen Mann, bei denen es sich vermutlich um engste Familienangehörige des Schützen handelt. Die Ermittler gehen derzeit von einem Einzeltäter aus.
Ministerpräsident Donald Tusk sprach von einem terroristischen Angriff. Polens Präsident Karol Nawrocki ordnete für Sonntag und Montag eine landesweite Staatstrauer an. Die Ermittlungen am Tatort sollen mindestens bis Sonntag andauern. Noch immer sind nicht alle Opfer identifiziert, auch das genaue Motiv des Schützen ist offen.