Kyrylo Budanow, Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR und enger Vertrauter von Präsident Wolodymyr Selenskyj, muss ein Bußgeld zahlen. Der Grund: Er hat bei einer Protestveranstaltung Russisch gesprochen.
Für ukrainische Amtsträger ist die Verwendung der russischen Sprache in offizieller Funktion verboten. Budanow hat sich bei einem Protest vor einem Militärgefängnis bei Kiew nicht an dieses Sprachengesetz gehalten.
Die Bevollmächtigte für den Schutz der Staatssprache, Olena Iwanowska, teilte das Bußgeld nach Angaben von "n-tv" auf Facebook mit. Sie nannte Budanows Namen dabei nicht direkt. Der Beschuldigte habe den Verstoß eingestanden und werde die Strafe fristgerecht zahlen.
Das ukrainische Sprachengesetz sieht für Erstverstöße Bußgelder zwischen 3400 und 8500 Hrywnja vor – das sind bis zu 170 Euro. Budanow selbst äußerte sich nicht zu dem Vorfall.
Bei dem Protest am Montag hatten mehrere Hundert Menschen vor einem provisorischen Militärgefängnis in einem Vorort von Kiew demonstriert. Ihr Verdacht war, dass die Nationalgarde dort festgenommene Deserteure misshandelt.
Wegen seiner verwegenen Geheimdienstaktionen genießt Budanow in der Ukraine den Ruf eines Helden. In sozialen Medien wurde ihm jedoch vorgeworfen, die Sprache des Feindes, Russland, gesprochen zu haben.
Das Sprachengesetz verbietet Amtsträgern nicht, privat Russisch zu sprechen. In offizieller Funktion müssen sie aber die Staatssprache Ukrainisch verwenden. Die ukrainische Justiz ermittelt unterdessen, ob der Protest vor dem Gefängnis gezielt geschürt wurde.