Sie war letzte Saison Österreichs beste Slalom-Läuferin, landete im Disziplinen-Weltcup auf Rang vier. Doch der Weg an die Spitze war für Katharina Truppe alles andere als einfach. Vor dem Slalom-Auftakt am 14. November in Levi (FIN) gewährt die 30-jährige Kärntnerin nun tiefe Einblicke.
Im Interview mit der "Kleinen Zeitung" spricht die ÖSV-Hoffnung offen über Selbstzweifel, überzogene Erwartungen und den enormen Druck, den sie sich jahrelang selbst gemacht hat.
"Wenn ich zurückblicke, gab es aber viele Jahre, in denen ich extrem hart mit mir ins Gericht gegangen bin. Teilweise habe ich mich sogar selbst fertig gemacht", gesteht Truppe.
Die Altfinkensteinerin macht kein Geheimnis daraus, wie sehr sie sich früher selbst im Weg stand. "Damals war ich in gewisser Weise meine größte Gegnerin", erzählt sie.
Erst durch Mentaltraining habe sie gelernt, besser mit sich selbst umzugehen. Irgendwann sei ihr bewusst geworden, dass sie sich nicht auch noch selbst fertig machen müsse. Ganz verschwunden ist die innere Kritikerin allerdings nicht. "Trotzdem bin ich nach wie vor meine größte Kritikerin", sagt Truppe lachend.
Besonders schwierig waren jene Phasen, in denen die eigenen Erwartungen zur Belastung wurden. Truppe wollte Erfolge erzwingen und setzte sich damit immer stärker unter Druck.
"Eine Zeit lang bin ich meinen eigenen Erwartungen hinterhergefahren und habe mich dadurch selbst verunsichert", erinnert sich die Kärntnerin.
Heute würde sie vieles anders machen. Vor allem als junge Athletin hätte sie gerne schon jenes Selbstvertrauen gehabt, das sie mittlerweile auszeichnet. Früher habe sie zu oft auf andere gehört und sich dadurch auch ein Stück weit verbiegen lassen.
"Heute stehe ich zu mir und vor allem auch hinter mir", stellt sie klar.
Sportlich hat sich die harte Arbeit längst ausgezahlt. In der vergangenen Saison war Truppe die große Konstante im österreichischen Slalom-Team. Nach Platz 16 beim Auftakt in Levi landete sie in sämtlichen weiteren Saisonrennen unter den besten sieben Läuferinnen.
Am 14. November beginnt für die Kärntnerin in Finnland die nächste Jagd nach Spitzenplätzen. Die Nervosität ist trotz ihrer Erfahrung geblieben.
"Ich bin schon aufgeregt und habe Fragen über Fragen im Kopf", verrät Truppe. Besonders das Flachstück in Levi bereitete ihr zuletzt Schwierigkeiten. Im Steilhang will sie deshalb wieder Zeit gutmachen.
Ihr großes Ziel nach Platz vier in der Slalom-Gesamtwertung? "Etwas schneller sein", antwortet sie.