Stefan Kraft (33) kennt die Strapazen eines langen Skisprung-Winters. Seit der Geburt seiner Tochter im vergangenen Dezember wurde der Weltcup für den ÖSV-Star allerdings zu einer ganz anderen Herausforderung. Vor allem die vielen Reisen und die damit verbundenen Abschiede von seiner Familie beschäftigen den Salzburger.
"Du fährst mit einem leichten, schlechten Gewissen weg, weil du siehst, wie viel Arbeit das daheim ist und schon sehr, sehr anstrengend ist, wenn du da allein daheim bist mit einem kleinen Baby", erzählt Kraft gegenüber den "ÖN".
Seine Konsequenz daraus: Wenn er schon längere Zeit von seiner Familie getrennt ist, möchte er sportlich alles herausholen. "Und darum, wenn ich wegfahre, 120 Prozent, dass es sich auszahlt", kündigt der ÖSV-Star an alles geben zu werden.
Auch die Erholung zwischen Trainingseinheiten und Wettkämpfen sieht mittlerweile anders aus. Statt auf der Couch zu entspannen, verbringt der dreifache Weltmeister seine freie Zeit am liebsten mit seiner Tochter.
"Natürlich ist es eine andere Regeneration. Du spielst mit deiner Tochter am Boden und sitzt halt nicht auf der Couch oder schaust Fernsehen. Da kann man sich darum streiten, was ist besser. Ich finde es auf alle Fälle sehr lustig und cool."
Seine sportlichen Ziele hat die Vaterschaft bislang nicht verändert. Kraft möchte in seiner 15. Weltcupsaison wieder zu den besten Skispringern der Welt gehören.
Dafür hat der 33-Jährige einen besonders intensiven Trainingssommer hinter sich. Neben technischen Anpassungen und zahlreichen Sprüngen standen auch Windkanaltests auf dem Programm.
Nach schwierigen Monaten in der vergangenen Saison hat Kraft zudem an seinem Selbstvertrauen gearbeitet. "Wenn du weißt, kleine Fehler werden so hart bestraft, dann spielt sich das natürlich im Selbstvertrauen ab, im Kopf ab. Das habe ich mir jetzt im Sommer wieder hoffentlich ein bisschen erarbeitet", blickt der ÖSV-Star positiv auf die neue Saison.