Innenstadt-Umgestaltung

ÖVP warnt vor Millionen-Fiasko mit neuem Pflaster

Salzburg plant eine neue Begegnungszone in der Innenstadt. Doch die Stadt-ÖVP warnt: Das geplante Pflaster könnte zur Dauerbaustelle werden.
Österreich Heute
08.10.2026, 07:36
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Pflaster statt Asphalt, Busse im Minutentakt und eine Rechnung von rund 12,7 Millionen Euro: In Salzburg sorgt die geplante Begegnungszone in der Innenstadt bereits vor dem Baustart für Wirbel. Die Stadt-ÖVP warnt vor einem möglichen Problem mit dem geplanten Belag.

Am Donnerstag soll im Bauausschuss der Grundsatzamtsbericht für die Begegnungszone vom Neutor bis zum Kreisverkehr am Franz-Josef-Kai beschlossen werden. Danach geht das Projekt in den Gemeinderat.

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Über 700 Busfahrten täglich

Besonders die geplante "ungebundene Bauweise" des Pflasters sorgt bei der ÖVP für Kritik. Durch den Bereich sollen weiterhin täglich mehr als 700 Busse fahren.

"Wer täglich über 700 Busfahrten über ein Pflaster in ungebundener Bauweise schickt, plant die nächste Baustelle gleich mit", sagt ÖVP-Gemeinderat Jure Mustac. Seine Befürchtung: Wenn der Belag den Belastungen nicht standhält, könnten schon bald Reparaturen, Sperren und Umleitungen folgen.

Wien als Warnsignal

Als Beispiel führt Mustac die Wiener Neubaugasse an. Dort wurde 2020 für elf Millionen Euro eine gepflasterte Begegnungszone errichtet. Durch die Straße fährt eine Buslinie. Laut der Stadt-ÖVP traten bereits nach rund zwei Jahren Schäden an den Haltestellen auf. Die 17 Tonnen schweren Gelenkbusse hätten das Pflaster eingedrückt. 2024 mussten die Haltestellen erneut saniert werden.

Für Salzburg sieht Mustac deshalb ein noch größeres Problem: Hier soll deutlich mehr Busverkehr über den Belag rollen. Die eingesetzten Obusse wiegen laut seinen Angaben leer bis zu 18,5 Tonnen und voll besetzt bis zu 28 Tonnen. "Wenn das Pflaster in Wien trotz klarer Vorgaben nach zwei Jahren hinüber war, wie lange soll es dann am Neutor halten?", fragt der Gemeinderat.

Auch andere Städte betroffen

Auch in Ried im Innkreis und Wien habe es laut ÖVP Probleme mit gepflasterten Fahrbahnen gegeben. In der Wiener Schleifgasse musste eine Pflasterfahrbahn demnach bereits nach 18 Monaten wieder aufgerissen werden.

In Hagen wurden gepflasterte Busspuren laut den Angaben der ÖVP ebenfalls zum Problem. Dort seien Absackungen, Kanten und Spurrillen entstanden. Die Stadt habe sich deshalb für Beton statt Pflaster entschieden.

Besonders heikel: Kurven und Haltestellen

Am Neutor kommt laut Mustac noch eine zusätzliche Belastung hinzu: Die Busse fahren aus dem Tunnel heraus um eine Kurve. Dadurch würden starke Quer- und Schubkräfte auf die Pflastersteine wirken.

Besonders stark belastet werde der Belag außerdem beim Anfahren und Bremsen an Haltestellen. Zusätzlichen Busverkehr könnte es künftig in der Münzgasse geben. Dort wird laut den vorliegenden Informationen eine rund 40 Meter lange Haltestelle geprüft, an der zwei Gelenkbusse hintereinander Platz hätten.

12,7 Millionen Euro für das Projekt

Die Stadt plant die bauliche Umsetzung zwischen 2027 und 2030. Begonnen werden soll im Herbst 2027 am Herbert-von-Karajan-Platz. Danach sollen weitere Bereiche folgen, darunter Münzgasse, Gstättengasse und Bürgerspitalgasse.

Für das Kernprojekt sind laut den Angaben rund 12,7 Millionen Euro vorgesehen. Der Universitätsplatz ist dabei noch nicht eingerechnet. Für Planung durch Architekturbüro und Ziviltechniker seien bereits 1,5 Millionen Euro angefallen.

Mustac warnt vor möglichen zusätzlichen Kosten durch Reparaturen: "Rechnet man die absehbaren laufenden Reparaturen am Belag dazu, droht die Begegnungszone zum Millionengrab zu werden."

ÖVP fordert Stopp vor Beschluss

Die Stadt-ÖVP fordert deshalb, den Grundsatzamtsbericht vorerst weder im Bauausschuss noch im Gemeinderat zu beschließen.

Vor weiteren Entscheidungen verlangt die ÖVP unter anderem ein unabhängiges Gutachten zur Belastbarkeit des Belags bei mehr als 700 Busfahrten täglich. Außerdem müsse geklärt werden, wie sich die geplante Gestaltung auf Barrierefreiheit, Verkehr und die Kosten auswirkt. Mustac fordert: "Ungebundenes Pflaster auf den Busfahrspuren darf es nicht geben."

red,08.10.2026, 07:36
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