Ohne Masken, ohne Abstand – wird Velden zu 2. Ischgl?

Ein Tross am Wörthersee: Samstagabend feierten Tausende Menschen in Velden als hätte es Corona nie gegeben – ohne Abstand, ohne Masken. Geht das gut?

Der Sommer in Österreich wird zur Corona-Bewährungsprobe für das Land. Bei traumhaften Temperaturen feierten dieses Wochenende Tausende Urlauber in der Tourismus-Hochburg am Wörthersee. Leserreporter-Fotos, die "Heute" am Sonntag zugespielt wurden, zeigen eine ausgelassene Stimmung an der Flaniermeile in der Innenstadt. Eines ist fix: Der Babyelefant ist hier tot. Doch der Party-Höhepunkt wird wohl erst am kommenden Weekend erreicht. Da findet wie üblich die Fête Blanche statt – eines der wenigen Events, das der Pandemie nicht zum Opfer fiel.

Abends Maskenpflicht

Kärnten, das zwar sehr wenige Corona-Fälle (von Samstag auf Sonntag gab es vier Neu-Infektionen) zählt, setzt auf den Hausverstand der Touristen. Doch die Party-Fotos wecken düstere Erinnerungen an jene Fotos, die im Winter aus Ischgl (T) um die Welt gingen. Einziger Unterschied: Nun kann im Freien gefeiert werden, hier ist die Ansteckungsgefahr vieler Experten zufolge geringer. Dennoch gilt im Ortskern Velden im öffentlichen Bereich die Maskenpflicht von 21.00 Uhr bis 2.00 Uhr; bei den Shops auf der Flaniermeile sogar schon ab 19.30 Uhr. "Heute"-Leserin Mara: "Kaum jemand hält sich jedoch an diese Verordnung. Am Abend wird auch der Mindestabstand nirgendwo eingehalten, die Lokale verhängen auch keine Zugangsbeschränkungen und sind dementsprechend bei bestem Wetter brechend voll."

Corona-Fall im Casino

Was angesichts dieser Touristenmassen ein einziger Corona-Fall auslösen kann, wurde vergangene Woche ruchbar. Da eine einzige Casino-Besucherin mit dem Virus infiziert war, bekamen 750 Gäste Post von der Behörde. Sie müssen nun ihren Gesundheitszustand genau beobachten. Dass auch junge Menschen, die sich nun in Party-Velden ungehemmt dem Alkohol hingeben, Acht geben sollten, stellte Bundesminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag klar. "Wir alle können betroffen sein, wenn wir leichtfertig sind." Er appellierte "vor allem auch an die Jungen, dass es wieder mehr Risikobewusstsein gibt. Es ist ein Motto des Hausverstands, der Vernuft, der Klugheit jedes Einzelnen von uns, die Grundregeln wieder zu leben", auch, wenn sie in keinem Gesetzestext stünden.

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