In Ratzeburg, einer Kleinstadt an der Grenze zur DDR,beginnt in den 50er Jahren eine Geschichte, die den deutschen Rudersport verändern wird. Der Kinofilm "Adams Acht" (ab 18. September) wird die wahre Story des ehemaligen Lehrers Karl Adam (Oliver Masucci) gezeigt, der nach dem Zweiten Weltkrieg auf junge Männer trifft, die ihren Platz im Leben noch nicht gefunden haben.
Viele von ihnen sind ohne Vater aufgewachsen, gelten als Außenseiter und tragen jede Menge Wut mit sich. Doch er erkennt etwas in ihnen, das andere übersehen und setzt sie gemeinsam in einen Ruder-Achter – mit überraschenden Folgen.
"Karl Adam ist einer, der sich schuldig bekannt hat und danach seine zweite Chance nutzt", erklärt Masucci im "Heute"-Gespräch. "Er formt aus Menschen, die sich nicht ausstehen konnten eine Gemeinschaft und schafft es, dass sie sich überwinden, um zusammen ihr Ziel zu erreichen." Doch sein Weg sorgt für Widerstand, seine ungewöhnlichen Trainingsmethoden werden von Funktionären des damals elitären Rudersports belächelt.
"Es ist immer interessant, wenn Leute, an die erst einmal niemand glaubt, dann tatsächlich über sich hinauswachsen. Wie sie es gegen alle Widerstände geschafft haben, eine Mannschaft zu werden und ihr Ziel zu erreichen, das hat mich von Anfang an dieser Geschichte berührt", beschreibt der deutsche Charakterdarsteller, der u.a. als Hitler in "Er ist wieder da" für Furore sorgte. 1960 brachte der legendäre Rudertrainer die Jungsportler zu den Olympischen Spielen und schaffte mit ihnen eine Sensation.
Besonders bereichernd war es auch, dass Masucci gemeinsam mit seinem Sohn Vito Wiesner (19) vor der Kamera stand. "Zum ersten Mal mit meinem Sohn zu drehen hat mir riesigen Spaß gemacht. Tatsächlich konnte ich deutlich mehr von ihm lernen als er von mir". Das fand auch der Jung-Akteur, der den Steuermann der Ruder-Acht verkörpert: "Es war total schön, Olli bei meiner ersten großen Filmrolle bei mir zu haben." Außerdem gibt er zu: "Ich habe durch unseren Film vieles über deutsche Geschichte gelernt, dafür bin ich sehr dankbar."
Masucci verrät auch, wie es zu einer anderen Art von Familientreffen kam. "Einer von Karl Adams Töchter hat uns beim Dreh besucht. Das war ein sehr berührender Moment. Sie sagte: Ich fasse es nicht, du siehst aus wie mein Vater. Da sind uns beiden die Tränen gekommen."
Austro-Star Felix Kammerer spielt in "Adams Acht" den Ruderer Hans Lenk, Svenja Jung ("Crooks") dessen große Liebe Ulla. Das Problem: Sie lebt nur wenige Kilometer entfernt, auf der anderen Seite des Ratzeburger Sees - in der DDR. Die politische Grenze wird für die beiden immer schwerer zu überwinden.