Neue Projekte

Olympia-Sportler sollen Kindern das Schwimmen lernen

Mit "Learn to swim" und "Olympia goes School" sagen Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt und der OSV mangelnden Schwimm-Fähigkeiten den Kampf an.
Österreich Heute
29.07.2025, 14:29
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In Österreich können mehr als 600.000 Menschen ab dem Alter von fünf Jahren nicht schwimmen, bei den Fünf- bis 19-Jährigen sind es sogar rund zehn Prozent. Zusätzlich gelten etwa 76.000 Kinder und Jugendliche als unsichere Schwimmer. Besonders betroffen sind jene, die während der Pandemie keine Möglichkeit hatten, in der Volksschule schwimmen zu lernen.

Der Österreichische Schwimmverband (OSV) und Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt (SPÖ) wollen nun gegensteuern und präsentierten ein Maßnahmenpaket gegen mangelnde Schwimmfähigkeiten. So hat der OSV mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums das Projekt "Learn to Swim" ins Leben gerufen.

v.l. OSV-Vorstandsmitglied Thomas Unger, Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt, "Learn to swim"-Bundeskoordinatorin Susanne Polansky
Sabine Hertel

Qualitätssicherung der Schwimmausbildung

"Schwimmen ist nicht nur ein großartiger Sport, Schwimmkenntnisse entscheiden über Leben und Tod. Unser Ziel muss sein, dass jedes Kind in Österreich gut schwimmen lernt. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – von Eltern, von Bildungseinrichtungen, aber auch von Bund, Ländern und Gemeinden", betonte Schmidt.

So werden etwa in ausgewählten Regionen nutzbare Wasserflächen systematisch erfasst. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Qualitätssicherung in der Schwimmausbildung. Die Basis dafür bildet ein einheitliches, fachlich fundiertes Ausbildungskonzept für Schwimmlehrer:innen, auch ein praxisnahes Handbuch für die Planung und Durchführung von Schwimmkursen wird derzeit entwickelt.

Olympia-Schwimmer kommen an Schulen

"Mit 'Learn to Swim' wird seit Februar 2025 ein österreichweiter Standard in der Schwimmausbildung gesetzt, der auch international Anerkennung findet. Ziel ist es, die Zahl der Nichtschwimmer:innen nachhaltig zu verringern. Von den Maßnahmen profitieren nicht nur zahlreiche Schwimmvereine in ganz Österreich, sondern auch die gesamte Bevölkerung – denn sicheres Schwimmen kann Leben retten", erklärte OSV-Vorstandsmitglied Thomas Unger.

Auch in der Schule soll die Schwimmkompetenz weiter gestärkt werden. Im Rahmen des Förderprogramms "Olympia goes School – Young Orcas" kommen Olympia-Schwimmer:innen an Schulen und bieten zusätzliche Bewegungsangebote an. Darüber hinaus wird Schwimmen im Rahmen der "Täglichen Bewegungseinheit" bereits im Kindergartenalter angeboten.

Investitionen in Hallenbad-Infrastruktur

Ein Problem stellt die teils fehlende Infrastruktur dar: Gerade Hallenbäder sind für Gemeinden mit hohen Betriebskosten verbunden. Gleichzeitig sind sie unverzichtbar, um Kindern unabhängig von Jahreszeit und Wetter das Schwimmen beizubringen. Das Sportministerium wird deshalb eine neue Sportstättendatenbank einrichten. Sie soll eine Übersicht über vorhandene Wasserflächen und bestehende Defizite liefern und so die Grundlage für gezielte Investitionen in die Hallenbad-Infrastruktur schaffen.

"Wir müssen realistisch analysieren, wo wir stehen – und dort investieren, wo es strukturelle Lücken gibt. Schwimmen ist nicht nur ein Schulsport, sondern auch ein wichtiger Teil des Vereins- und Leistungssports. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die nötigen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden", so Schmidt.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 29.07.2025, 16:30, 29.07.2025, 14:29
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