"FIS verbiegt sich für ihn"

Olympiasiegerin schimpft über Rückkehrer Hirscher

Die Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson teilt gegen Rückkehrer Marcel Hirscher aus.
21.10.2026, 12:59
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Noch bevor die neue Ski-Saison richtig begonnen hat, fliegen im Weltcup bereits die Fetzen.  Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson (30) übt heftige Kritik am Ski-Weltverband FIS. Dabei bekommt auch Österreichs Ski-Legende Marcel Hirscher sein Fett weg.

Die US-Amerikanerin gehört zu den außergewöhnlichsten Athletinnen im Ski-Zirkus. 2025 krönte sie sich zur Abfahrts-Weltmeisterin, ein Jahr später holte sie bei den Olympischen Spielen erneut Gold in der Königsdisziplin. Kurios: Ein Weltcupsieg fehlt der 30-Jährigen bislang noch in ihrer Karriere.

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Doch wenige Tage vor dem Saisonstart sorgt Johnson nicht mit sportlichen Leistungen, sondern mit deutlichen Worten für Aufsehen. Im Gespräch mit "sport.ch" rechnet die Amerikanerin mit einer neuen Regel des Ski-Weltverbandes ab.

Ab der kommenden Saison dürfen Rennski ein bestimmtes Höchstgewicht nicht mehr überschreiten. Die FIS möchte damit die Sicherheit der Athleten erhöhen. Besonders betroffen sind offenbar die Ski von Hersteller Atomic, auf denen auch Johnson unterwegs ist.

Für die Olympiasiegerin ist die Entscheidung nicht nachvollziehbar. "Wenn die FIS Beweise dafür hätte, dass leichtere Ski sicherer sind, wäre ich die Erste, die sagt: Das sollten wir so machen. Aber ich glaube nicht, dass irgendwelche Studien durchgeführt wurden", kritisiert Johnson.

Die Untersuchungen auf Europacup-Niveau würden ihrer Meinung nach nicht ausreichen, um aussagekräftige Ergebnisse zu liefern. Dann holt die 30-Jährige auch noch zu einem Seitenhieb gegen Marcel Hirscher aus. Die US-Amerikanerin wirft dem Weltverband vor, beim achtfachen Gesamtweltcupsieger andere Maßstäbe anzulegen.

"Gleichzeitig verbiegt sich die FIS förmlich, damit Marcel Hirscher in den Sport zurückkehren kann", poltert Johnson und spielt damit auf die Wildcard-Regelung für den mittlerweile unter niederländischer Flagge startenden Österreicher an.

"FIS verbiegt sich für Marcel Hirscher"

Doch damit nicht genug. Auch Hirschers Material nimmt die Abfahrts-Spezialistin ins Visier. "Einige seiner Material-Setups bewegen sich aus meiner Sicht an der Grenze dessen, was sicher ist. Die FIS würde aber niemals darüber nachdenken, gegen sein Material vorzugehen, während sie offenbar überhaupt kein Problem damit hat, meines ins Visier zu nehmen."

Besonders sauer stößt Johnson auf, wie schnell die neue Vorschrift beschlossen wurde. Bei anderen Sicherheitsmaßnahmen habe sich der Weltverband deutlich mehr Zeit gelassen.

"Bei den Airbags dauerte es fast zehn Jahre, bis eine Regel eingeführt wurde. Bei schnittfester Unterwäsche haben wir mehrere Jahre gewartet. Beim Skigewicht dagegen wird aufgrund einer Analogie darüber, dass die 'Ski den Fahrer steuern', innerhalb weniger Wochen eine Regel beschlossen – und das ohne Studien."

Die neue Regel sorgt offenbar auch innerhalb ihres Teams für großen Ärger. Vor allem ihr Skitechniker sei über die Entscheidung aufgebracht. "Mein Skitechniker war sogar noch wütender als ich. Er fühlt sich persönlich angegriffen und ist deshalb unglaublich motiviert, es ihnen zu zeigen", erzählt die Olympiasiegerin.

Gemeinsam habe man bereits unterschiedliche Materialvarianten ausprobiert. Welche Lösungen dabei gefunden wurden, möchte Johnson allerdings lieber für sich behalten. "Ich möchte fast nicht sagen, welche, weil ich inzwischen Angst habe, dass die FIS dann auch noch gegen diese vorgeht!", erklärt die Amerikanerin.

red, 21.10.2026, 12:59
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