Die Geschichte von Franziska Gritsch ging um die Ski-Welt. Vor drei Jahren machte die Tirolerin ihre Liebe zu ÖSV-Trainer Florian Stengg öffentlich. Für den rot-weiß-roten Verband ein No-Go. Gritsch und ihr Coach entschieden sich, fortan als alpines Privatteam die Weltcup-Herausforderungen zu meistern.
"Ich habe mich für diesen Weg entschieden und stehe dazu, bin mit mir im Reinen", sagt die 29-Jährige vier Tage vor dem Weltcup-Start in Sölden zu "Heute". Auch wenn das Abkapseln vom ÖSV viele Probleme mit sich brachte.
"Im Sommer war ich dreieinhalb Wochen auf Trainingslager in Neuseeland. Ich habe alles aus der eigenen Tasche bezahlt. Die Flüge, alles. Die finanzielle Situation ist nicht leicht", sagt Gritsch. "Ich bin dankbar, dass ich treue Sponsoren habe, das erleichtert einiges."
Fallen kostenintensive Trainingstage wetterbedingt ins Wasser, schmerzt es doppelt. "Darüber sollte man nicht zu viel nachdenken. Sonst darfst du tanken auch nicht mehr – da zeigst du auch den Vogel, wenn du die Rechnung siehst."
Fakt ist: Die Technik-Spezialistin und der ÖSV näherten sich unter dem neuen Damen-Cheftrainer Johannes Zöchling wieder an. "Mit ihm ist eine normale Kommunikation möglich, auch schwierige Themen kann man bei ihm ansprechen. Es ist ein normales Miteinander."
Nun ist der Plan, den Aufwand in Ergebnisse umzumünzen – im Vorjahr war Rang 17 das höchste der Gefühle. "Ich habe ganz andere Ansprüche, muss mich Schritt für Schritt verbessern." Die erste Chance bietet sich in ihrer Heimat – auf dem Rettenbachferner in Sölden.