Sorge um Ski-Superstar Sofia Goggia! Die italienische Abfahrts-Olympiasiegerin musste in den vergangenen Wochen eine schwere gesundheitliche Krise durchstehen. Zwei Viruserkrankungen innerhalb kürzester Zeit setzten der 33-Jährigen massiv zu. Jetzt spricht sie offen über die dramatischen Folgen.
Verletzungen gehören für Goggia beinahe schon zum Alltag. In ihrer Karriere musste die Italienerin bereits zahlreiche Rückschläge durch Knochenbrüche und andere Blessuren hinnehmen. Doch diesmal war alles anders.
"Im Trainingslager in Ushuaia war ich wie tot", schildert Goggia im ORF-Interview. Wegen zweier kurz aufeinanderfolgender Viruserkrankungen musste sie ihre Vorbereitung in Südamerika vorzeitig abbrechen und nach Italien zurückkehren.
Besonders erschreckend waren für die Speed-Spezialistin die neurologischen Beschwerden. "Ich hatte viele neurologische Symptome, starkes Zittern und Sprachprobleme. Beim Gehen fühlte ich mich stark eingeschränkt, als wäre ich langsam und unkoordiniert – auch an den letzten beiden Tagen auf den Skiern", berichtet sie beim FISI-Media-Day in Mailand.
Dazu kamen heftige Schmerzen. "Dazu kamen diese unbeschreiblich starken Gelenksschmerzen, die mich sogar nachts quälten." Zeitweise konnte die Italienerin selbst einfache Alltagssituationen kaum bewältigen. "Ich hatte Angst vor der Tatsache, dass ich nicht in der Lage war, die Treppe hinunterzugehen", erzählt Goggia.
Auch ihre Konzentration und ihr Sprachvermögen waren beeinträchtigt. "Ich musste die Wörter viel deutlicher aussprechen, mir fielen die Worte nicht ein, ich hatte Momente, in denen ich geistig abwesend war, und verlor dann den Faden des Gesprächs."
Nach ihrer Rückkehr nach Norditalien begann die 33-Jährige mit der Rehabilitation. Mittlerweile geht es der Olympiasiegerin wieder deutlich besser. Am Donnerstag stand sie sogar wieder auf Skiern.
"Mir geht es jetzt definitiv viel besser, auch wenn ich merke, dass ich noch immer müde bin", erklärt Goggia. Die Erkrankung habe nach ihrer Einschätzung auch ihr Nervensystem beeinträchtigt. Deshalb steht für die Italienerin derzeit nicht die Jagd nach Bestzeiten im Vordergrund, sondern die vollständige Genesung. Vor allem ihre geistige Klarheit möchte sie zurückgewinnen.
"Ohne geistige Klarheit geht in meinem Sport gar nichts. Schließlich müssen wir bei einer Abfahrt einen 2,20 Meter langen Ski bei 140 km/h kontrollieren. Jetzt konzentriere ich mich darauf, diese Fähigkeit zurückzuerlangen."
Beim Weltcup-Auftakt in Sölden wird Goggia nicht an den Start gehen. Wann die 33-Jährige wieder Rennen bestreiten kann, bleibt offen.