Seren, Masken und Anti-Aging-Cremes gehören eigentlich ins Badezimmer von Erwachsenen. In Italien beschäftigt sich jetzt aber die Wettbewerbsbehörde mit dem Verdacht, dass genau solche Produkte über Social Media und Influencer Kindern und sehr jungen Jugendlichen schmackhaft gemacht wurden.
Im Zentrum steht dabei ausgerechnet Sephora, einer der bekanntesten Beauty-Händler der Welt und Teil des Luxuskonzerns LVMH rund um Multi-Milliardär Bernard Arnault und Louis Vuitton.
Die Wettbewerbsbehörde AGCM hat Ende März Ermittlungen gegen Sephora eingeleitet. Dazu auch gleich gegen die Beauty-Marke Benefit und "LVMH Profumi e Cosmetici Italia" eröffnet.
Konkret prüft sie, ob sehr junge Micro-Influencer dabei geholfen haben könnten, Erwachsenen-Kosmetik für Kinder attraktiver zu machen.
Ob intern bereits jemand wegen des Falls seinen Posten räumen musste, ist derzeit nicht belegt. In den bisher zugänglichen Berichten der italienischen Behörde AGCM und von Nachrichtendienst "Reuters" ist zwar von Ermittlungen, Durchsuchungen und bestrittenen Vorwürfen die Rede, nicht aber von Kündigungen oder Entlassungen.
Sephora und die mitbetroffenen Gesellschaften bestreiten Fehlverhalten, haben aber erklärt, mit den Ermittlern voll kooperieren zu wollen.
Im deutschsprachigen Raum kann man Sephora am ehesten mit Douglas vergleichen. Nur dass Sephora hier wesentlich trendsetzender ist. Sephora hat einen weltweiten Umsatz von 18,3 Milliarden Euro und ist um ein vielfaches größer als Douglas.