Die perfekte Jeans zu finden, war lange eine kleine Wissenschaft für sich. Zu eng, zu unbequem, zu wenig Auswahl – viele kennen das Gefühl, wenn die Umkleidekabine eher Frust als Freude bringt. Doch das hat sich geändert: Jeans sind heute vielfältiger, bequemer und individueller denn je. Was aktuell wirklich angesagt ist und welche Schnitte sich durchsetzen, verraten Wiener Jeans-Experten Magdalena und Markus Budim, die die Entwicklungen hautnah miterleben.
Bei den Damen dominiert aktuell ein Schnitt besonders: die Barrel-Jeans. "Bei den Damen ist es Barrel, Barrel und nochmal Barrel", verrät Magdalena Budim gegenüber "Heute". Der charakteristische, leicht gebogene Beinverlauf sorgt für einen modernen Look, der auffällt, ohne auf Komfort zu verzichten.
Wer sich an die auffällige Form noch nicht herantraut, greift zu weicheren Varianten wie O-Shape-Jeans oder klassischen Wide Legs. Letztere haben sich längst als neuer Standard etabliert. Was früher die Skinny Jeans war, ist heute die weite Silhouette.
Auch bei den Herren verändert sich das Bild: "Die Mehrheit der Herren kommt langsam bei den Straight Jeans an", erklärt Markus Budim. Der gerade Schnitt bringt mehr Bewegungsfreiheit und eine entspannte Lässigkeit in den Alltag. Und wer mutig ist, wagt im Herbst sogar den Schritt zu Wide Leg oder Barrel.
Der Trend zu lockeren Schnitten kommt nicht von ungefähr: Die vergangenen Jahre haben unser Verhältnis zu Kleidung verändert. Komfort ist wichtiger geworden, enge Passformen wirken plötzlich einengend.
"Wenn die Realität schon dermaßen erdrückend ist, sollte es die Klamotte zumindest nicht sein", so Magdalena. Die Folge: Jeans werden weiter, bequemer und vielseitiger. Gleichzeitig eröffnet die größere Auswahl neue Möglichkeiten, den eigenen Stil individuell zu gestalten.
Auch Markus sieht darin eine Chance: "Mode ist genau dafür da, sich selbst ausleben zu können." Die Vielfalt an Schnitten erlaubt es, je nach Stimmung und Alltag zu entscheiden – statt sich einem einzigen Trend zu unterwerfen.
Trotz des Hypes um weite Schnitte bleibt ein Klassiker bestehen: die enge Jeans. Zwar ist ein großes Comeback aktuell noch nicht spürbar, doch ganz verschwunden ist sie nie.
Viele kombinieren schmale Modelle gezielt – etwa zu Stiefeln oder längeren Oberteilen. Interessant: Der Begriff "Skinny" hat sich verändert. Heute versteht man darunter oft eher eine schmale, aber nicht mehr hautenge Slim-Jeans. Für Markus ist klar: "Gut möglich, dass die adaptierte Skinny Jeans folglich erst 2027 so richtig bei uns Wellen schlägt."
Während neue Schnitte boomen, verabschieden sich andere langsam. Besonders Mum Jeans und klassische High-Waist-Modelle sind seltener geworden. Auch stark zerstörte Jeans mit auffälligen Abnutzungen verlieren an Bedeutung. Bei den Herren zeigt sich ein ähnliches Bild: Enge Fits treten in den Hintergrund, während die Neugier auf weitere Schnitte wächst.
2026 steht für Vielfalt – und für Details: Besonders angesagt sind saubere Waschungen, die hochwertig wirken und den Look erwachsener machen. Im Frühling dominieren helle Blautöne, im Herbst hingegen dunkle, tiefblaue Denim-Varianten.
Ein weiterer Trend: Baggy Jeans erreichen ihren Höhepunkt und werden noch lässiger kombiniert. Dazu kommen neue Styling-Ideen wie längere Denim-Shorts oder Y2K-inspirierte Vintage-Optiken mit besonderen Farbnuancen.
Bei all den Trends gilt jedoch: Nicht jede Jeans passt zu jedem Alltag. "Nur weil etwas angesagt ist, heißt es nicht, dass es zum eigenen Lifestyle passt", betont Magdalena. Wichtige Fragen sollten bereits beim Anprobieren geklärt werden: Ist die Jeans bequem genug für den Alltag? Passt sie zum eigenen Stil? Und fühlt man sich wirklich wohl darin?
Auch Markus sieht das entspannt: "Uns ist nur wichtig, was zu wem besser passt." Trends sind eine Einladung und kein Zwang.