Zwei Todesfälle und mehrere schwere Verletzungen werfen einen dunklen Schatten auf das beliebte Ausflugsziel Six Flags Magic Mountain in Kalifornien. Eigentlich sollte die Achterbahn X2 nur für Nervenkitzel sorgen. Doch für viele Besucher wurde sie zur Katastrophe. Wie "20 Minuten" berichtet, hat die Kanzlei Dordick Law Corporation bereits drei Klagen wegen "katastrophaler Hirnschäden" eingebracht.
Die Anwälte vertreten laut eigenen Angaben mehr als hundert weitere Menschen, die nach einer Fahrt mit der Bahn schwere Verletzungen erlitten haben. Weitere Klagen sind geplant. Eine der Klägerinnen ist die 40-jährige Pamela Guillen aus Hawaii. Sie fuhr am 5. Juli 2026 mit ihrer Tochter auf der X2. Kurz danach verlor sie laut ihren Anwälten das Bewusstsein und musste notoperiert werden. Zwei Wochen lag sie im künstlichen Tiefschlaf. Danach musste sie das Gehen und Sprechen komplett neu lernen.
Sechs Tage nach dem Vorfall von Pamela Guillen soll auch Naomi Greer-Wilkinson, damals 25 Jahre alt, schwer verletzt worden sein. Sie wird künstlich beatmet, kann nicht sprechen und ihre Arme und Beine nicht gezielt bewegen, berichten die Anwälte. Auch der Anwalt Michael Wilk aus Los Angeles zählt zu den Klägern. Er musste nach einer Fahrt im Februar mehrere schwere Kopfoperationen über sich ergehen lassen.
Laut Medienberichten gab es mindestens zwei Todesfälle: 2010 starb Hilda Farias nach einer Fahrt mit der X2. 2022 verstarb der 22-jährige Christopher Hawley nur Stunden nach seinem Besuch an einer Hirnblutung.
Die X2 ist bekannt für ihre besonderen Effekte: Die Sitze drehen sich unabhängig von der Schiene um 360 Grad, die Fahrgäste hängen kopfüber und stürzen rückwärts fast senkrecht 65 Meter in die Tiefe. Die Bahn erreicht dabei bis zu 122 km/h. Seit Mitte Juli ist die Achterbahn aus Sicherheitsgründen gesperrt.
Die Kläger werfen Six Flags vor, Warnungen und frühere Unfälle ignoriert zu haben. Der Betreiber weist die Vorwürfe zurück und kommentiert die laufenden Verfahren nicht. Six Flags verweist auf regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen durch externe Experten. Die Behörden in Kalifornien prüfen die Vorfälle.