Erias Lukwago, Anwalt und Politiker aus Uganda, wurde am Mittwoch in Kampala einem Gericht vorgeführt. Die Anklage wirft ihm vor, von einem Hochverratsplan im benachbarten Kenia zwischen 2021 und 2024 gewusst und diesen nicht gemeldet zu haben.
Lukwago vertritt den bekannten Oppositionsführer Kizza Besigye, der bereits seit Ende 2024 nach seiner Entführung in Kenia in Uganda wegen Hochverrats inhaftiert ist. Die Staatsanwaltschaft hat nun Lukwagos Verfahren mit jenem von Besigye zusammengelegt.
Lukwago zeigt sich bei der Anhörung zwar geschwächt, aber gefasst. Er wies die Vorwürfe zurück und betonte: "Ich bin der Anwalt in diesem Fall. Wie könnte ich selbst Teil des Verfahrens sein?"
Lukwagos Familie berichtet, dass er zu Wochenbeginn von Sicherheitskräften verschleppt wurde. Ugandas Armeechef Muhoozi Kainerugaba, Sohn des Präsidenten, veröffentlichte daraufhin Fotos des gefesselten Anwalts an einem unbekannten Ort. Er schrieb auf X: "Ich bin stolz auf ALLEN Schmerz, den ich dem KRIMINELLEN LUKWAGO zufügen werde!"
Menschenrechtsaktivistin Agather Atuhaire kritisierte das Vorgehen der Regierung scharf. Sie sagte, dass die Verantwortlichen im Land nicht nur gegen Gesetze verstoßen und Gräueltaten begehen, sondern dies auch öffentlich zur Schau stellen.
Lukwagos Anwälte beantragten aus medizinischen Gründen seine Freilassung auf Kaution. Die Anhörung dazu wurde auf den 22. Juni vertagt. Sollte Lukwago verurteilt werden, droht ihm lebenslange Haft.