Eine vertraute Stimme verabschiedet sich aus dem ORF! Mehr als drei Jahrzehnte lang berichtete Josef Manola aus Spanien, Portugal, Nordafrika und Lateinamerika. Am Samstag war damit offiziell Schluss. Der langjährige Korrespondent verabschiedete sich im Ö1-"Mittagsjournal" von seinem Publikum. Ganz verstummen will der 70-Jährige allerdings nicht.
Seinen Abschied gestaltete Manola mit persönlichen Worten. "Ich umarme Sie", richtete er den Ö1-Hörern zum Abschluss aus. Gleichzeitig machte der Journalist deutlich, dass er auch nach seiner Pensionierung weiterhin von sich hören lassen möchte.
"Ich weiß nicht, ob es Leute gibt, die genug von mir haben. Aber wenn Sie noch mehr von mir hören wollen, gibt es demnächst die Gelegenheit auf meiner Homepage manola.org, also nicht ORF, weiter hineinzuhören in das Land", erklärte Manola.
Künftig will er auf seiner eigenen Internetseite weitere Berichte und Analysen veröffentlichen. Der Abschied vom ORF bedeutet für ihn also keineswegs das Ende seiner journalistischen Tätigkeit.
Der gebürtige Wiener kam 1956 zur Welt und fand bereits früh seinen Weg zum Journalismus. Noch während seines Publizistikstudiums begann er in der Kulturredaktion des ORF-Hörfunks zu arbeiten.
Später sammelte Manola auch Erfahrungen als Drehbuchautor und Regisseur. Ab 1986 war er regelmäßig für den Rundfunk in Spanien, Portugal und Lateinamerika im Einsatz.
Zwei Jahre später, 1988, begann seine Tätigkeit als Korrespondent in Madrid. Von dort aus berichtete er über Jahrzehnte hinweg über politische Entwicklungen, internationale Krisen und gesellschaftliche Veränderungen.
Neben seiner Arbeit für den ORF verfasste Manola auch Beiträge für verschiedene Zeitungen, Zeitschriften und Nachrichtensender im In- und Ausland. Bereits am Freitag würdigte ihn der ORF in der "ZiB 1".
Wer künftig aus Madrid für den ORF berichten wird, ist schon entschieden. Maren Häußermann übernimmt die Nachfolge des langjährigen Korrespondenten.
Manola ist nicht der einzige bekannte ORF-Reporter, der sich zuletzt in die Pension verabschiedet hat. Auch Christian Wehrschütz, der viele Jahre aus der Ukraine und vom Balkan berichtete, sowie Nahost-Korrespondent Karim El-Gawhary beendeten in den vergangenen Monaten ihre Tätigkeit für den Sender.
Wehrschütz machte allerdings ebenfalls deutlich, dass er auch nach seinem ORF-Abschied nicht einfach verschwinden werde. "Nach 27 Jahren heißt es für mich Abschied nehmen vom ORF. Aber wer mich kennt, weiß: Still wird es um mich bestimmt nicht", schrieb er kürzlich auf seinen Kanälen.
Auch Josef Manola hat mit 70 Jahren offenbar noch einiges vor. Seine Stimme wird künftig zwar nicht mehr regelmäßig im ORF zu hören sein, seine journalistische Arbeit möchte er aber fortsetzen.