Ursache: "Klimapanikmacher"

Wetter-Experte treibt 1.000 € von Wiener Pensionist ein

Ein Wiener (72) beschimpfte ORF-Meteorologe Marcus Wadsak auf Facebook als "Klimapanikmacher". Nun muss er dafür 1.000 Euro blechen.
Christian Tomsits
05.02.2026, 05:30
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Eisiger Gegenwind für Gerhard E. aus Wien-Floridsdorf. Der vom Schicksal gebeutelte Pensionist hatte Anfang des Jahres auf Facebook einen reißerischen Artikel über ORF-"Wetterfrosch" Marcus Wadsak kommentiert. Dabei nannte er den mehrfach ausgezeichneten Experten wörtlich einen "Klimapanikmacher, der nur völlig realitätsferne Theorien verbreitet."

Das kommt dem 72-Jährigen nun teuer: Denn ihm flatterte eine Entschädigungsforderung des  ORF-Stars über 1.000 Euro bei sonstiger Klage ins Haus. Laut Anwältin Therese Frank sehe sich Wadsak von ihm durch Unwahrheiten herabgesetzt und in seiner Ehre verletzt.

"In bestimmten Kreisen kursieren Verschwörungserzählungen über den Klimawandel, das muss man akzeptieren. Aber das Recht auf freie Meinungsäußerung hört bei falschen Lügenvorwürfen und groben Beleidigungen auf", erklärt die Juristin ihr Vorgehen gegenüber "Heute".

Top-Anwalt Sascha Flatz sieht einen Grezfall, bei dem man es auf eine Gerichtsverhandlung ankommen lassen könnte.
Sabine Hertel

Sie knöpft sich derzeit im Auftrag des ORF-Stars reihenweise Poster vor und schickt Abmahnungen an alljene, die Wadsak "fachliche Integrität als Meteorologen angreifen, indem sie ihm Lügen unterstellen oder ihn schlicht beleidigen". Ob das Wort "realitätsfern" das bereits erfüllt? Anwalt Sascha Flatz, der E. beriet, sieht darin einen Grenzfall, um den es sich zu streiten lohnt. Doch der Pensionist wollte das Risiko nicht eingehen, will 500 Euro plus 500 Euro Anwaltskosten an Wadsak per Ratenzahlung abstottern.

"Ich kann mir keine Gerichtsverhandlung leisten", meinte er zu "Heute". Zwar bekomme er "dank 45 Arbeitsjahren" eine "ausreichende Pension", doch ein schwerer Schicksalsschlag fraß seine Reserven, eine Kreditbelastung folgte. Fürs Leben blieben dem Ex-Bankangestellten derzeit nur 200-300 Euro pro Monat. "Ich poste ab jetzt nur noch Urlaubsfotos", ärgert er sich. Juristin Frank ärgert indes, dass bei Betroffenen oft jedes Unrechtsbewusstsein fehlt.

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