Die Wasserlage in Artstetten-Pöbring im Bezirk Melk bleibt angespannt. Nach dem massiven Ausfall vor wenigen Tagen ("Heute" berichtete) folgt nun die nächste Warnung der Gemeinde: In der Nacht von Dienstag, den 12. Mai auf Mittwoch, den 13. Mai, gibt es im Ort Artstetten zwischen 22 und 4 Uhr keine verlässliche Trinkwasserversorgung.
Grund dafür ist eine Dichtheitsüberprüfung im Ortsnetz. Die Gemeinde richtet deshalb ein dringendes Ersuchen an alle Bewohner: In diesem Zeitraum soll möglichst kein Wasser aus dem Ortsnetz entnommen werden. Es wird gebeten, "möglichst jede Wasserentnahme aus dem Ortsnetz zu vermeiden, um Fehlmessungen bzw. Fehlinterpretationen bei den Überprüfungsarbeiten auszuschließen", heißt es von der Marktgemeinde in einem Informationsschreiben.
Die Warnung kommt in einer heiklen Phase. Erst vergangene Woche standen rund 250 Bewohner im Bezirk Melk plötzlich ohne Leitungswasser da. 21 Stunden lang kam kein Tropfen mehr aus den Leitungen – nicht einmal für die Toilette. Bürgermeister Karl Höfer (VP) sprach damals von einem extrem trockenen Halbjahr und einem Verbrauch, der völlig aus dem Ruder gelaufen sei. Die Überprüfung diese Woche soll klären, ob ein Leck zum Teil Grund für den exorbitanten Wasserverbrauch der Vorwoche sein könnte.
Besonders bitter: Obwohl seit 4. Mai keine Pools mehr befüllt und keine Bewässerungsanlagen mehr verwendet werden dürfen, sollen sich nicht alle daran gehalten haben. "Die Leute haben scheinbar trotzdem unfassbar viel Wasser verbraucht, bis das ganze Leitungsnetz am Dienstagabend ausgesaugt war", so Höfer.
"Wenn man koordiniert an einem Strang zieht, dann schafft man das. Aber die Leute waren scheinbar so unbekümmert, dass sie trotzdem weiter Wasser verbraucht haben. Es hat ganz klar an Betroffenheit gefehlt, stattdessen gab es Egoismus", ärgerte sich der Ortschef vergangene Woche.
In Artstetten und Unterbierbaum wurden laut Gemeinde 276 Kubikmeter Wasser verbraucht – rund dreimal so viel wie normal. Als Gründe wurden Poolbefüllungen und das Bewässern von Gärten genannt.
Wer gegen die Vorgaben verstößt, riskiert Ärger. Die Gemeinde hatte bereits klargestellt: Verwaltungsübertretungen können geahndet werden, im schlimmsten Fall drohen bis zu 730 Euro Strafe.
Jetzt zählt jede Wasserentnahme, denn in Artstetten können schon einige gefüllte Pools trockene Wasserleitungen bedeuten.