Ein Streit zwischen einem Paar eskalierte im Juli völlig. Die beiden Männer gerieten in einem Auto so heftig aneinander, dass die Polizei einschreiten musste. Beide wurden verletzt – und mussten sich nun vor dem Bezirksgericht Voitsberg verantworten.
Auch eine dritte Person befand sich zum Zeitpunkt der Auseinandersetzung im Auto. Der Mann wurde als Zeuge geladen, entschuldigte sich aber, weil er seine Mutter pflegen müsse.
Die beiden Angeklagten saßen unterdessen gemeinsam im Gerichtssaal. Die Richterin hatte zunächst Bedenken: "Ist es okay, dass Sie nebeneinander sitzen? Ich will keine neue Auseinandersetzung heraufbeschwören."
Doch die beiden Männer versicherten, dass sie sich bereits am Tag nach dem Streit wieder versöhnt hätten. Die Richterin erinnerte sie daran, dass sie damals sogar aus der gemeinsamen Wohnung weggewiesen worden waren. "Ja, aber wir haben uns wirklich gleich wieder versöhnt", lautete die Antwort laut der "Kleinen Zeitung".
Dass sich die beiden wieder vertragen hatten, änderte am Verfahren allerdings nichts. Die Verletzungen waren im Polizeibericht dokumentiert.
"Sobald die Polizei einschreitet, handelt es sich um ein Offizialdelikt, der Staat ist also verpflichtet, sich der Causa anzunehmen", erklärte die Richterin.
Am Ende kam es zu einer überraschend milden Lösung. Die Richterin entschied sich für einen "Einstellungsbeschluss nach erfolgreichem Tatausgleich". Beide zeigten sich geständig und erklärten sich bereit, sich zu entschuldigen.
Gesagt, getan: Die beiden standen auf und gaben sich die Hand. Zahlen mussten sie jeweils 50 Euro Verfahrenskostenbeitrag. "Und bitte", mahnte die Richterin noch, "reißt euch in Zukunft am Riemen."