Die Eingangstür ist schwer beschädigt, im Vorraum sind Spuren der ätzenden Flüssigkeit zu sehen und die Bewohner fühlen sich in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher. Im Wiener Weißgerberviertel wurde ein Paar zum jüngsten Opfer einer Serie von Einbrüchen, bei denen Salpetersäure eingesetzt wird – darüber berichtet die "Kronen Zeitung".
In der Nacht auf vergangenen Mittwoch waren die unbekannten Täter erneut in der Bundeshauptstadt unterwegs. Neben Wohnungen in der Brigittenau und in Favoriten wurde auch eine Wohnung im 3. Bezirk zum Ziel.
Die Bewohner waren zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause. "Wir waren, während die Tat geschehen ist, gerade in Niederösterreich", erzählt Claudia (Name geändert) gegenüber der "Kronen Zeitung".
Die Folgen des Einbruchs sind deutlich sichtbar. Im Vorraum wurden Fliesen und Möbel durch die Säure beschädigt. Die ursprüngliche Wohnungstür wurde ausgehängt und steht nun im Stiegenhaus. Aus den Schlössern tritt dem Bericht zufolge weiterhin Salpetersäure aus.
Die Täter sollen zudem nicht nur den Türspion der betroffenen Wohnung abgeklebt haben. Auch die Spione der Nachbarn wurden verdeckt.
Die Einbrecher hatten es auf Geld und Goldmünzen abgesehen. Außerdem verschwand "billiger Modeschmuck", sagt Claudia zur "Krone".
Die Einbruchsserie zieht sich bereits über einen längeren Zeitraum. Besonders während der Ferien waren die Täter aktiv. Im Juli und August wurden demnach Dutzende Wohnungen heimgesucht, während deren Bewohner auf Urlaub waren.
Mehr als 150 Wohnungen sollen bereits betroffen gewesen sein. Zuletzt gab es allerdings mehrere Festnahmen. Im Sommer wurden in Valencia und Saragossa mehrere Georgier festgenommen.
Vergangene Woche wurden nach einem missglückten Einbruch in der Hafengasse im 3. Bezirk zwei weitere Verdächtige auf der Autobahn Richtung Bratislava festgenommen. Die Täter waren zuvor beobachtet worden.
Für Claudia und ihren Mann sind die Folgen nicht nur finanzieller Natur. Seit dem Einbruch wollen sie nicht mehr in ihrer Wohnung übernachten.
"In der Wohnung fühlen wir uns einfach nicht mehr wohl!", sagt Claudia zur "Krone". Besonders die derzeit eingebaute dünne Ersatztür bereitet dem Paar Sorgen.
Laut Wiener Wohnen soll es acht bis zwölf Wochen dauern, bis eine neue Tür kommt. Die beiden hoffen, dass es schneller geht. Die Polizei ermittelt weiter. Auch vorhandene Kameraaufnahmen werden nun ausgewertet.