Prozess in Wien

Tasche mit 32.000 Euro weg – "Werde dich abschlachten"

Ein Syrer (32) sollte eine Tasche mit 32.000 Euro nach Graz bringen, vergaß sie im Zug. Sein Geldgeber glaubte ihm nicht – und soll ihm gedroht haben.
Wien Heute
25.08.2026, 06:15
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Prozess wegen versuchter schwerer Nötigung und gefährlicher Drohung am Wiener Landl: Ausgangspunkt der ungewöhnlichen Geschichte waren 600 Euro, die ein 32-jähriger Syrer seiner Mutter in Syrien schicken wollte. Das Geld hatte er sich vom späteren Angeklagten (29), ebenfalls ein Syrer, ausgeborgt.

Als eine vereinbarte Frist abgelaufen war und der 32-Jährige seine Schulden nicht zurückzahlen konnte, machte ihm der Angeklagte laut seinen Angaben einen Vorschlag. Der 32-Jährige sollte eine Tasche mit rund 32.000 Euro mit dem Zug nach Graz bringen. "Dafür erlasse ich dir 300 Euro deiner Schulden", soll ihm der 29-Jährige angeboten haben.

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32-Jähriger vergaß Geldtasche in Zug

Doch die Fahrt nach Graz verlief nicht ohne Probleme. Bei einer Fahrkartenkontrolle wurde der 32-Jährige nervös. Er musste daraufhin gemeinsam mit dem Kontrolleur aussteigen – und vergaß dabei die Tasche mit dem Bargeld im Zug.

Der Angeklagte (29) soll ihm diese Geschichte allerdings nicht geglaubt haben. Daraufhin soll er begonnen haben, den 32-Jährigen zu bedrohen. Unter anderem soll der Satz "Ich werde dich abschlachten" gefallen sein.

Opfer erhielt Morddrohungen

Wenige Tage später – Ende Mai – kamen drei Männer gegen 13 Uhr in eine Polizeiinspektion in Wien-Favoriten, um den Verlust der Reisetasche samt Bargeld zu melden. Während die Beamten den Sachverhalt aufnahmen, bat der 32-Jährige plötzlich um ein Vier-Augen-Gespräch.

Dabei gab er an, mit dem Umbringen bedroht worden zu sein. Eine erste Drohung soll bereits drei Tage zuvor ausgesprochen worden sein. Auch im Schleusenbereich der Polizeiinspektion soll der Mann erneut bedroht worden sein, sollte er gegenüber den Beamten Angaben machen.

Auch Ermittlungen gegen 32-Jährigen

Der damals 29-jährige Syrer wurde wegen des Verdachts der schweren Nötigung vorläufig festgenommen. Weil er die Wohnadresse des 32-Jährigen kennen soll, wurde zudem ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen.

Doch auch der 32-Jährige geriet ins Visier der Ermittler. Der Angeklagte beschuldigte ihn, das Geld veruntreut zu haben. Auch er wurde deshalb angezeigt. Das Verfahren wegen Veruntreuung gegen den 32-Jährigen wurde allerdings eingestellt.

Freispruch im Zweifel

Am Montag musste sich schließlich der 29-Jährige am Landesgericht für Strafsachen in Wien wegen schwerer Nötigung und gefährlicher Drohung verantworten. Der Prozess endete mit einem Freispruch im Zweifel. Es konnten zwar Videos mit Drohungen sichergestellt werden – diese stammen allerdings von Verwandten des Angeklagten und nicht von ihm selbst. Laut dem 32-Jährigen soll ihn der Angeklagte auch mündlich bedroht haben. Da Aussage gegen Aussage stand, wurde der 29-Jährige freigesprochen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 25.08.2026, 06:15