Menschenhandel, Ausbeutung der Prostitution, Urkundendelikte und Geldwäsche. Schwere Vorwürfe, am Dienstagvormittag musste sich eine 57-Jährige vor einem Schöffengericht am Landesgericht Linz dafür verantworten.
Laut Anklage soll die Frau zwei chinesischen Staatsbürgerinnen zunächst lukrative Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten in Aussicht gestellt haben. Anschließend habe sie die beiden gegen überhöhte Reisekosten nach Österreich gebracht.
Nach ihrer Ankunft soll die Angeklagte ihnen die Reisedokumente abgenommen haben. Den Frauen habe sie erklärt, dass sie wegen der Reisekosten hohe Schulden hätten. Ohne ihre Dokumente hätten sie zudem keine Möglichkeit gehabt, das Land wieder zu verlassen.
Zwischen Ende 2024 und zumindest 18. Juli 2025 soll die 57-Jährige die beiden Frauen schließlich zur Prostitution gezwungen haben. Über Online-Inserate habe sie ihre Dienste angeboten.
Auch die Einnahmen sollen nicht bei den Frauen geblieben sein: Das Geld habe die Angeklagte laut Vorwurf an sich genommen. Darüber hinaus soll sie die gesamte Lebensführung der beiden Opfer bestimmt haben.
Der 57-Jährigen drohten zwischen einem und zehn Jahren Haft. Für die Angeklagte gilt die Unschuldsvermutung. Gegen Mittag gab es dann schon das rechtskräftige Urteil: 24 Monate Haft, davon acht unbedingt.