Trotz neuem Hollywood-Gebiss hat ein Ehepaar aus Serbien nichts zu lachen – Selfie-Fotos zeigen die beiden blutverschmiert mit geschwollenem und schmerzverzerrten Gesichtern nach Behandlungen, die sie 2022 "schwarz und gegen 8.000 Euro in bar" in der Werkstatt eines bosnisch-stämmigen Zahntechnikers (39) am Wiener Stadtrand gemacht haben wollen.
Dem 44-jährigen Serben seien die Zähne so schlecht abgeschliffen und überkront worden, dass ihm an Ende alle Zähne gezogen werden mussten. Schließlich zeigte er den "falschen Zahnarzt" an, seine Frau forderte über 100.000 Euro Schmerzengeld.
Der 39-Jährige musste sich am Montag wegen fahrlässiger Körperverletzung, Gefährdung der körperlichen Sicherheit und Betrugs am Wiener Landl verantworten. "Bei der Behandlung bin ich fast gestorben. Ich bekam 27 Spritzen und hatte dennoch extreme Schmerzen", behauptete das Opfer im Zeugenstand.
Doch der Zahntechniker wollte sich nichts Falsches in den Mund legen lassen: "Spritzen habe ich nie gesetzt, denn das darf ich gar nicht", erklärte er von Heinrich Lang (Kanzlei Kollmann/Wolm) gut gebrieft. Er habe nie behauptet, Arzt zu sein, das Paar vor Ort lediglich zahntechnisch beraten und "sicher nicht" behandelt. Geld sei nie geflossen.
"Der ist doch eingespritzt und blutet am Bild", bohrte selbst der zahnmedizinische Sachverständige angesichts gezeigter Fotos nach. Das habe jemand anderes zu verantworten, das Blut stamme "vom spitzen Provisorium, das der Patient selbst entnommen hat", putzte sich der aalglatte Angeklagte ab. Sogar der Richter biss sich an ihm die Zähne aus.
Wegen widersprüchlicher Angaben der Opfer zur Art der Behandlung und den nachher aufgetretenen Komplikationen blieb ihm nichts anderes übrig, als auf Freispruch im Zweifel (nicht rechtskräftig) zu entscheiden. Das jahrelange Verfahren könnte jetzt zivilrechtlich noch weitergehen, auch eine Berufung steht im Raum.