Rapid kommt nicht aus den Negativ-Schlagzeilen. Die Hütteldorfer kassierten am Sonntag in Favoriten eine völlig verdiente 0:2-Niederlage. Nach nun zwölf (!) sieglosen Pflichtspielen in Serie brannten einigen Fans die Sicherungen durch.
Erst skandierten sie "Wir wollen Rapid sehen", dann "Wir haben die Schnauze voll." Es folgte ein Pyro-Eklar. Böller und Leuchtraketen segelten durchs Stadion, landeten zum Teil auf der Familientribüne.
"Wir distanzieren uns in aller Deutlichkeit davon", hielt Präsident Alexander Wrabetz fest. "Durch das Fehlverhalten von einer kleinen Minderheit der Anhängerschaft wird dem SK Rapid in einer ohnehin sehr schwierigen Situation zusätzlich geschadet." Worte, die man in der Vergangenheit bereits öfter von den grün-weißen Bossen hörte.
Peter Pacult überrascht die aktuelle Lage wenig. Rapids letzter Meistertrainer erklärt im "Sky"-Podcast: "Das kennt man schon alles, das sage ich zwanzig Jahre lang. Ich erinnere nur an 2011. Damals gab es den Platzsturm – auch im Derby, das war damals im Weststadion. Ich weiß nicht, wie man das Problem aus der Welt schafft. Man kann nur hoffen, dass irgendwann Vernunft einkehrt."
Zur sportlichen Talfahrt sagt Pacult: "Es ist sehr schwierig. Jetzt ist der dritte Trainer da in dieser Saison, man sieht einfach diese Verunsicherung. Ich war gegen Hartberg im Stadion. Man redet heutzutage immer von Abläufen, aber das harmoniert im Moment überhaupt nicht. Das funktioniert überhaupt nicht."
Der 66-Jährige weiter: "Es fehlt einfach das Erfolgserlebnis. Sie kommen einfach nicht zur Ruhe. Das ist aber bei Rapid ganz normal, das ist so bei den großen Vereinen. Aber bei Rapid ist halt noch mehr Unruhe aufgrund der Tradition und der Medien."
Eine Lanze bricht der Ex-Coach für Rapid-Betreuer Johannes Hoff Thorup. "Jetzt ist ein neuer Trainer da, der ganz andere Strukturen mitbringt. Der den Verein wahrscheinlich vom Namen her kennt, aber nicht dieses Ganze, was drumherum noch bei Rapid passiert. Es ist gerade eine Situation, die man keinem Trainer wünscht."