Starkregen, Gewitter und Sturmböen haben am Montag weite Teile der kroatischen Adriaküste erfasst. Besonders betroffen waren Istrien, die Kvarner-Region, Gorski Kotar sowie einzelne Küstenabschnitte im Norden Dalmatiens. In mehreren Orten trat die Adria über die Ufer.
Über der nördlichen Adria bildete sich bereits am Vormittag ein Tiefdruckgebiet. Auf See kam es teilweise zu schweren Unwettern mit starken Windböen. Auf der Insel Cres wurden Hagelschauer gemeldet, im Küstenort Starigrad-Paklenica fegten heftige Sturmböen über die Küste. Die größten Regenmengen wurden laut dem Wetterstationsnetzwerk Crometeo in Teilen von Gorski Kotar registriert.
Wie schon in der Vorwoche wurden Küstenorte an der nördlichen Adria, darunter Mali Lošinj, von einem sogenannten Meteotsunami getroffen. Dabei handelt es sich um ein tsunamiähnliches Wetterphänomen, bei dem plötzlich hohe Wellen entstehen. Ausgelöst wird es nicht durch ein Seebeben, sondern durch Luftdruckschwankungen, Resonanzphänomene und Wind.
Nach dem Anstieg des Wassers zieht sich das Meer wieder ungewöhnlich weit zurück. Bereits in der vergangenen Woche stieg der Wasserspiegel zunächst um rund 30 Zentimeter an. Danach fiel er etwa in Pula und Zadar auf rund 60 Zentimeter unter den Normalwert, wodurch Boote in den Häfen auf Grund liefen.
"Die Leute rannten weg, Restaurantbesitzer rückten Tische beiseite, Panik brach aus", berichtet ein Zeuge gegenüber kroatischen Medien. Während der Norden des Landes unter Unwettern leidet, bleibt es im Süden Kroatiens heiß. Im Süden Dalmatiens wurden bereits zu Mittag Temperaturen von 35 Grad gemessen.
Laut den Meteorologen des staatlichen Wetterdienstes DHMZ soll das wechselhafte Wetter mit Sturm- und Unwettergefahr zumindest bis zur Wochenmitte anhalten.