Abfalltrennung lernt man nicht irgendwann - man wächst damit auf. Genau hier setzt Oberösterreich jetzt noch stärker an. Bei einer Pressekonferenz am Montag stellte Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) gemeinsam mit dem OÖ. Landesabfallverband neue Bildungsangebote für Kinder und Lehrer vor. Das Ziel ist klar: Nachhaltigkeit soll von klein auf selbstverständlich werden.
"Nachhaltigkeit beginnt im Kinderzimmer und im Klassenzimmer. Wer früh lernt, richtig zu trennen und Ressourcen wertzuschätzen, handelt später ganz automatisch verantwortungsvoll", betont Kaineder. Früh erlernte Gewohnheiten würden Menschen ein Leben lang begleiten - und damit auch die Kreislaufwirtschaft im Land stärken.
In jedem Bezirk sind speziell ausgebildete Abfallberater im Einsatz. Sie gehen in Kindergärten und Schulen, bringen Anschauungsmaterial mit und erklären altersgerecht, was in welche Tonne gehört. Vom spielerischen Workshop mit Tierfiguren für die Jüngsten bis zum Handy-Zerlegeworkshop für ältere Schüler ist alles dabei. Gerade bei alten Mobiltelefonen staunen viele Kinder, wie viele wertvolle Rohstoffe darin stecken.
Neu ist eine eigene Online-Plattform mit Unterrichtsmaterialien für Lehrer. Der Hintergrund: Bisher griffen viele Pädagogen auf Unterlagen aus Deutschland zurück. Das Problem: Dort ist etwa die Papiertonne blau - in Österreich ist sie rot.
Solche Unterschiede sorgen schnell für Verwirrung. Die neuen Materialien sind exakt auf das oberösterreichische System abgestimmt und flexibel im Unterricht einsetzbar.
Zusätzlich gibt es kostenlose Printprodukte für verschiedene Altersgruppen. Für Kinder von drei bis acht Jahren erzählt das Minibuch "Hansi hat Geburtstag" die Regeln der Abfalltrennung in einer kindgerechten Geschichte. Ab 8 Jahren können sich Kinder mit dem Rätselheft "Die Umwelt-Challenge" spielerisch vertiefen. Beide Materialien können kostenlos beim zuständigen Bezirksabfallverband bestellt werden.
Für Roland Wohlmuth, Vorsitzender des OÖ. Landesabfallverbands, ist klar: "Abfallberater leisten einen zentralen Beitrag zur gelebten Kreislaufwirtschaft." Und Abfallberaterin Tanja Moser ergänzt: Man wolle Begeisterung und Neugier wecken - und Kinder auf ihrem Weg zu kleinen Umweltprofis begleiten.