Die Politikergehälter sorgen immer wieder – und vor allem in Zeiten des enormen Spardrangs – immer wieder für heftige Debatten. Grundtenor: Viel zu viel würden die Abgeordneten für ihre Tätigkeit bekommen. 10.351 Euro verdient ein einfacher Parlamentarier pro Monat brutto. Ein Betrag, der zuletzt (und auch für nächstes Jahr) eingefroren wurde.
Die Frage nach dem Gehalt kommt auch von fast jeder Schulklasse oder Jugendgruppe, die von SPÖ-Jugendsprecher Paul Stich durch das Hohe Haus geführt wird. Auf Instagram hat er deswegen jetzt eine genaue Aufschlüsselung veröffentlicht, wie viel ihm im Monat netto übrig bleibt.
Denn: Nicht alles, was Politiker netto verdienen, landet direkt im eigenen Geldbörsel. "Viele von uns in der SPÖ unterstützen diverse Vereine und Projekte in ihren Bezirken oder Gemeinden", erklärt der Abgeordnete, der in seiner Heimat Wien-Floridsdorf einigen Institutionen unter die Arme greift.
Hinzu kommt noch die rote Sozialberatung. Diese hilft Menschen in schweren Lebenslagen bei zu hohen Betriebskosten, Mietrückständen oder einer kaputten Waschmaschine. 800 Euro zahlt Stich in den "Direkte-Hilfe-Topf", der greift, wenn gar nichts anderes mehr hilft.
Ebenfalls vom Nettogehalt finanziert wird ein "gar nicht so kleiner Teil an Abgaben an die Partei". Das sei aber "auch gut so", schließlich nutze er auch viele Parteiressourcen. Auch die Mitgliedsbeiträge in Vorfeldorganisationen machen einen Teil davon aus.
Als tatsächliches Gehalt bleiben Stich so 2.950 Euro netto über. "Das ist ca. so viel, wie eine durchschnittliche Person in Österreich verdient, die das ganze Jahr Vollzeit arbeitet. Ein gutes Gehalt, von dem ich gut leben kann, aber weit weg von einem Ferienhaus auf den Malediven."
Immerhin: Nach Jahresende dürfte durch die Spenden noch einen größeren Betrag an Steuern zurückerstattet bekommen.