Der Rhein führt weiter extrem wenig Wasser. In Köln und Düsseldorf spitzt sich die Lage zu: Die Pegel sinken, die Schifffahrt gerät unter Druck – und am Ende könnten auch höhere Transportkosten bei Konsumentinnen und Konsumenten ankommen.
In Düsseldorf lag der Rheinpegel am Donnerstag, 24. September, nur noch bei 7 Zentimetern. Am Mittwoch waren es noch 9 Zentimeter, am Dienstag 13 Zentimeter. Bereits am Wochenende könnte der Pegel unter die Nullmarke rutschen.
Wichtig dabei: Ein Pegelstand von null bedeutet nicht, dass der Fluss trockenliegt. Der Pegel ist ein Messwert im Verhältnis zu einem festgelegten Pegelnullpunkt. Für Schiffe zählt vor allem, wie viel Wasser tatsächlich in der Fahrrinne bleibt.
Auch in Köln geht es weiter bergab. Dort lag der Pegel am Donnerstagmorgen bei 53 Zentimetern. Am Mittwoch waren es 56 Zentimeter, am Dienstag noch 58 Zentimeter. ELWIS, der Elektronische Wasserstraßen-Informationsservice, weist für Köln in den aktuellen Abschätzungen weiter fallende Werte aus – bis hin zu rund 42 Zentimetern am Montag.
Damit rückt ein neuer Tiefstand näher. Erst im August war der Kölner Rheinpegel auf rund 45 Zentimeter gefallen. Bleiben die aktuellen Abschätzungen auf Kurs, könnte diese Marke erneut erreicht oder sogar unterschritten werden.
Für die Binnenschifffahrt ist das Niedrigwasser ein handfestes Problem. Frachtschiffe können bei weniger Wasser nicht mehr so tief liegen und müssen ihre Ladung reduzieren. Transporte werden dadurch schwieriger, teurer und teilweise langsamer.
Die Folgen können weit über die betroffenen Uferstädte hinausreichen. SRF berichtet, dass niedrige Rheinpegel Transportketten empfindlich treffen können – besonders bei schweren Gütern wie Sand, Erdöl, Getreide, Kies oder Zement. Ein großes Binnenschiff kann demnach etwa 100 Mal so viel transportieren wie ein Lkw.
Logistikexpertin Julia Arlinghaus von der Universität St. Gallen warnt vor möglichen Auswirkungen auf den Alltag: "Es ist durchaus möglich, dass wir diese Kosten bei Fleisch, bei Eiern und bei Brot spüren können." Eine genaue Schätzung sei allerdings schwierig, weil mehrere Faktoren zusammenspielen.
Klar ist: Der Rhein bleibt auch in den kommenden Tagen ein Sorgenfluss. Solange kein deutlicher Wasseranstieg kommt, müssen Reedereien, Häfen und Transporteure weiter improvisieren.