Roter Teppich, Ehrengarde und eine gewaltige Militärshow: US-Präsident Donald Trump hat Chinas Staatschef Xi Jinping am Mittwoch persönlich auf der Joint Base Andrews nahe Washington empfangen. Xi ist für einen dreitägigen Staatsbesuch in den USA. Es ist der erste Staatsbesuch eines chinesischen Staatschefs in den USA seit mehr als einem Jahrzehnt.
Doch bei all dem Zeremoniell sticht eine Szene besonders heraus. Während der US-Hymne donnern zwei B-1-Bomber über Trump und Xi hinweg. Der Lärm ist gewaltig: Trump kneift die Augen zusammen, verzieht das Gesicht und zuckt kurz zusammen.
Nachdem die Bomber vorbeigeflogen sind, entspannt sich Trump wieder und wendet sich lächelnd seinem chinesischen Gast zu. Xi steht direkt neben ihm und zeigt äußerlich kaum eine Reaktion.
Die Bomber sind nur ein Teil der großen Inszenierung. Auf dem Rollfeld stehen auch US-Kampfjets, dazu kommen Militärkapelle, Parade-Uniformen und ein rund 30 Meter langer roter Teppich. Trump will seinem Staatsgast sichtbar einen besonderen Empfang bereiten.
Ungewöhnlich ist vor allem, dass Trump überhaupt auf dem Rollfeld wartet. US-Präsidenten empfangen ausländische Staatsgäste üblicherweise am Weißen Haus. Für Xi macht Trump eine seltene Ausnahme und begrüßt ihn direkt nach der Landung.
Xi steigt gemeinsam mit seiner Frau Peng Liyuan aus der Maschine. Auch First Lady Melania Trump ist beim Empfang dabei. Nach dem Handschlag gehen die beiden Präsidenten über den roten Teppich und nehmen die militärische Zeremonie ab.
Einen vergleichbaren Empfang für einen ausländischen Staats- oder Regierungschef bei einem Staatsbesuch gab es zuletzt 1962. Damals kam Präsident John F. Kennedy zum Flughafen, um den britischen Premier Harold Macmillan persönlich zu begrüßen.
Neben der Grimasse sorgt noch ein Detail für Aufmerksamkeit: Trump trägt einen langen Mantel und schwarze Lederhandschuhe. Und das bei Temperaturen um die 18 Grad. Für den Handschlag mit Xi zieht der US-Präsident einen Handschuh aus.
Politisch geben sich beide Seiten zum Auftakt betont freundlich. Hinter der demonstrativen Herzlichkeit warten allerdings schwierige Gespräche. Die USA und China konkurrieren unter anderem bei Handel und Künstlicher Intelligenz, auch Taiwan und der Iran gehören zu den Konfliktthemen.
Nach der Begrüßung Xis durch Trump am Mittwochabend wird es am Donnerstag ernst. Ab 16 Uhr österreichischer Zeit steht der offizielle Empfang im Weißen Haus auf dem Programm, kurz darauf wollen Trump und Xi öffentlich sprechen.
Anschließend folgen eine Militärzeremonie und politische Gespräche, bei denen unter anderem Handel und die Beziehungen zwischen den USA und China im Mittelpunkt stehen dürften. In der Nacht auf Freitag folgt schließlich das große Staatsdinner im Weißen Haus.