Wer sich für den nächsten Urlaub von Blogs inspirieren lässt, sollte gut aufpassen. Genau das wurde nämlich mehreren Reisenden in Tasmanien zum Verhängnis. Sie haben sich auf der Seite des australischen Anbieters Tasmania Tours Tipps geholt – und sind prompt zu heißen Quellen losgezogen, die bloß in der Fantasie existieren. Wie 20 Minuten berichtet, stand der Ausflug sogar als echter Geheimtipp auf der Website.
Im Blogbeitrag war von den Weldborough Hot Springs die Rede – angeblich ein ruhiger Rückzugsort mitten im Wald, besonders beliebt bei Wanderern. Das Problem: Diese Quelle gibt's gar nicht. Scott Hennessey, Chef des Veranstalters, gesteht gegenüber dem australischen Sender ABC: "Unsere KI hat komplett versagt."
Laut Hennessey wurde das Marketing an eine externe Firma ausgelagert. Normalerweise werde alles überprüft, doch dieser Beitrag sei online gegangen, während er selbst im Ausland war. "Wir versuchen, mit den Großen mitzuhalten", sagt Hennessey. "Dazu gehört, dass man seine Inhalte ständig aktuell hält und erneuert." Er betont, dass Tasmania Tours kein Betrug sei: "Wir sind ein verheiratetes Paar, das versucht, das Richtige zu tun. Wir sind seriös, wir sind echte Menschen und wir beschäftigen Verkaufspersonal."
Kristy Probert, die in Weldborough ein Hotel betreibt, war völlig baff, als plötzlich immer mehr Touristen nach der angeblichen heißen Quelle fragten. "Am Anfang waren es nur ein paar Anrufe", erzählt sie CNN. "Dann sind die Leute scharenweise gekommen. Ich hatte täglich rund fünf Anrufe, dazu kamen zwei bis drei Gäste direkt ins Hotel und suchten nach den Quellen. Wir sind hier wirklich abgeschieden, das war schon sehr eigenartig." Sie hat dann immer wieder gesagt: "Wenn ihr die Hot Springs findet, gibt’s ein Bier auf mich."
Tatsächlich sei dort die einzige Möglichkeit zum Baden der "eiskalte" Weld River, so Probert. Mit den Veranstaltern habe sie Mitleid, wie sie sagt, Fehler können passieren, und Weldborough hat auch so einiges zu bieten – nur eben keine heißen Quellen.
Laut Anne Hardy, Tourismus-Expertin an der Southern Cross University in Australien, nutzen rund 37 Prozent der Reisenden künstliche Intelligenz für ihre Urlaubsplanung. Das spare zwar Zeit und Geld, aber wie im Fall der Weldborough Hot Springs könne es zu sogenannten Halluzinationen kommen. Studien zeigen laut Hardy, dass neun von zehn KI-Reiseplänen Fehler enthalten.
Hardy rät, sich beim Planen jedenfalls nicht nur auf KI zu verlassen. Besser sei es, "vertrauenswürdige Reiseführer, Reisebüros und Bewertungsplattformen zu nutzen", so die Expertin. Und wenn du doch mit KI planst: Frag im Hotel oder bei den Gastgebern nach, ob die Tipps wirklich stimmen.