Lange war die kleine Ortschaft Sankt Peter am Ottersbach schockiert: Ein ruhiger, eigentlich unauffälliger Teenager aus der Nachbarschaft soll im April auf ein Ehepaar eingestochen haben – die Ehefrau überlebte, doch ihr Mann erlag den Verletzungen.
Am 18. und 19. November wird der Fall am Grazer Straflandesgericht verhandelt. Der Jugendliche muss sich wegen des Verdachts des Mordes an einem Pensionisten und des Mordversuchs an dessen Ehefrau verantworten, wie die "Kleine Zeitung" berichtet.
Der damals 17-Jährige gestand laut Ermittlungen, in das Haus des älteren Ehepaars eingedrungen zu sein und mit einem Messer auf die beiden eingestochen zu haben. Als Motiv gab der Fleischerlehrling gegenüber der Polizei "Mordlust" an.
Das Ehepaar kannte er nicht. Er soll die beiden gezielt in seiner Region ausgewählt haben, weil er aufgrund ihres Alters mit wenig Gegenwehr rechnete. Den Hammer, mit dem er in das Haus gelangt war, warf er nach der Tat weg. Das mutmaßliche Tatmesser wurde sichergestellt.
Nach dem Angriff rief der Jugendliche selbst die Polizei und stellte sich. Er ließ sich widerstandslos festnehmen.
Mittlerweile liegt ein kinder- und jugendpsychiatrisches Gutachten vor. Daraus geht hervor, dass der Jugendliche an einer psychischen Störung leidet. Zum Tatzeitpunkt war er dem Gutachten zufolge dennoch zurechnungsfähig. Im Juni wurde die Untersuchungshaft in eine Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum umgewandelt.